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 Prävention mit Puppen

Kriminalhauptkommissar zu Gast bei Landfrauen

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Nartum. Zu einem reichhaltigen Frühstücksbuffet trafen sich die Zevener Landfrauen in „Nartumer Hof“. Ganz aus Lüneburg war Michael Heinke angereist, der mit seiner Präventions-Puppenbühne Aufklärungsarbeit in Sachen Kriminalitätsbekämpfung leistet.

Die Damen älteren Semesters im Publikum bezeichnete der Polizeihauptkommissar nicht als Seniorinnen, sondern als Lebenserfahrene. „Jede von Ihnen hat dazu beigetragen, dass wir in Frieden und Freiheit leben können.“ Gerade auf diese Altersgruppe hätten es jedoch Kriminelle abgesehen, und denen sei es völlig egal, wie sich die Opfer später fühlen. Hemmungslos würden sie guten anerzogenen Eigenschaften älterer Menschen ausnutzen, als da seien Freundlichkeit, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft. Bei ominösen Telefonanrufen oder Briefen seien Zweifel angebracht, und diesem solle nachgegeben werden. Also den Telefonhörer auflegen und die Briefe sofort ins Altpapier werfen. Ein Beispiel aus der Praxis: bei einer Hausdurchsuchung in den Räumen eines Verdächtigen seien Tausende von Briefen gefunden worden, alle enthielten Bargeld, welches von gutgläubigen Opfern verschickt worden war. „Wie viel einsame Menschen muss es geben, die auf so einen Mist hereinfallen?“ Ganz aktuell sei das Thema „Falsche Polizeibeamte“. Dabei würden Telefonanrufe erfolgen, bei denen im Display die 110 aufleuchtet. Der Anrufer fragt dann nach Bargeld und Wertgegenständen und bittet darum, dieses in einen Umschlag zu tun und einem Beamten, der in Kürze vorbeikommt, zu übergeben. „Niemals ruft die Polizei unter der 110 an“ lautete die eindringliche Warnung. Des Weiteren hatte der Experte noch Hinweise zur sicheren Teilnahme am Straßenverkehr parat, etwa, dass Medikamente genauestens dahingehend überprüft werden müssten, ob sie eine Teilnahme am Straßenverkehr zulassen. Zudem riet er, in der dunklen Jahreszeit Reflektoren an der Kleidung anzubringen. Vorsorgemaßnahmen gegen Taschendiebstahl fanden sich auch noch im Programm des Präventions-Polizisten, alles in Begleitung von Handpuppen, mit deren Hilfe die Tipps sehr bildhaft und mit einer Prise Humor vermittelt wurden. (gh)


 Waidmänner haben Hygiene im Blick

Kreisjägermeister Dr. Hermann Gerken räumt vor Landfrauen mit altem Vorurteil über strengen Wildgeschmack auf

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Von Gerda Holsten

Oldendorf. Beim Zevener Landfrauenverein endet im Oktober die Sommerpause. Passend zum Erntedank wird alljährlich ein Lebensmittel von allen Seiten beleuchtet. Dieses Mal stand Wildfleisch sowohl auf der Tagesordnung als auch auf dem Speiseplan. Kreisjägermeister und Tierarzt Dr. Hermann Gerken referierte fachkundig zum umfassenden Thema „Wild und Jagd".

Landfrauenvorsitzende Elfi Müller gab in ihren Begrüßungsworten zur Kenntnis, dass eine landwirtschaftliche Fachzeitschrift den Glücksfaktor in Bauernfamilien untersucht habe. Offensichtlich sind diese nicht unglücklich. Einer der Befragten sprach von Glück, wenn er 20 Minuten Pause beim Mittagsschlaf finde.

Zum Thema „Wild und Jagd" war der gebürtige Badenstedter Dr. Hermann Gerken zu Gast bei „Adebar" in Oldendorf. Der in Zeven praktizierende Tierarzt ist seit zwölf Jahren ehrenamtlicher Kreisjägermeister und nimmt in dieser Funktion auch den Vorsitz in der Jäger-Prüfungskommision ein.

Wildfleisch sei kalorien- und cholesterinarm und brauche keine Nachweise, wie das Tier gefüttert wurde, und wie lange der Transport vom Erzeuger zum Schlachter dauert. Auch sei Gülle kein Problem, das erledige sich in Feld und Wald alles von selbst. Die Jäger und zunehmend auch Jägerinnen seien in Sachen Wildbret-Hygiene bestens geschult. Sie würden ihr erlegtes Wild sofort an Ort und Stelle fachgerecht aufbrechen und es unverzüglich auf die vorgeschriebene Temperatur herunter kühlen.

Das sei in früheren Jahren nicht erfolgt, weshalb dem Wildfleisch immer noch das Stigma anhafte, dass es streng röche und schmecke, so Gerken. In Zeiten moderner Hygiene-Vorschriften könne davon aber keine Rede mehr sein.

„Was früher als strenger Wildgeschmack empfunden wurde, war einfach nur verfaultes Fleisch."

Die Küchen-Mannschaft im „Gasthaus Adebar" konterte das alte Vorurteil mit Nachdruck. Was die Landfrauen auf ihren Tellern angeboten bekamen, duftete köstlich und schmeckte vorzüglich. Gerken nahm auch Stellung zu den Wildunfällen, die mit Anbruch der dunklen Jahreszeit vermehrt auftreten. Vornehmlich Rehwild, welches sich auf den Feldern aufhält, hätte nach der Ernte keinen Schutz mehr, weswegen es sich am Straßenrand blicken ließe. Zudem sei das Gras an diesen Straßenrändern durch Streusalzrückstände reich an Mineralien und würde vom Wild gern genommen. Bei derartigen Unfällen sei oft auch überhöhte Geschwindigkeit die Ursache.

Zum Thema „Wolf" meinte der Jagd-Experte: „Ich habe den nicht gerufen". Und zur afrikanischen Schweinepest, die in Osteuropa aufgetreten ist, und für die es keine Gegenmittel gibt, mahnte der Experte, keine Lebensmittel aus den betroffenen Regionen – vor allem in Osteuropa – mitzubringen.

 

 

 

Abendsonne als Wegbegleiter

150 Zevener Landfrauen fahren aus allen Himmelsrichtungen „Bammanns Hoff“ in Volkensen an.

                       


Von Gerda Holsten
Zeven. Es war ein durchaus ungewöhnliches Bild, das sich dem Betrachter bot: Beschienen von der Abendsonne radelten dutzende Landfrauen aus allen Himmelsrichtungen nach Volkensen. Ihr Ziel war der Hof von Sigrid und Rudolf Heins, im Volksmund „Bammanns Hoff“genannt.

gh lf_volkensen_frontlader - kopieRund 150 Frauen aus dem Einzugsgebiet des Landfrauenvereins in der Samtgemeinde Zeven hatten sich auf den Weg gemacht. Einmal im Jahr erklären sich Mitglieder bereit, ihr jeweiliges Dorf als Ziel für die Fahrrad-Sternfahrt anzubieten.
Diesmal war es Sigrid Heins aus Volkensen, die mit Familie, Nachbarinnen und Freundinnen alles für den Empfang der Fahrradgruppen ausgerichtet hatte. Und das war gar nicht so umständlich, wie die aktive Landwirtin erklärte. In der Woche zuvor hatte Sohn Karsten an gleicher Stelle seinen Ausstand als Rüspeler Schützenkönig gegeben, die große Kornscheune wurde seitdem nicht genutzt. Einige ältere Landfrauen aus der Börde Elsdorf zeigten sich sehr angetan von der großen Scheune, freitragend und ohne Pfeiler.

Sie erinnerten sich an ihre Scheunen mit den Fächern, in die das Stroh gepackt wurde. „Stroh packen ist ja heute nicht mehr nötig,“ so Lisa Fitschen aus Osenhorst. Nachdem Volkensens Ortsbrandmeister Jens Meyer die zahlreichen Gäste mit reichlich Grillbratwurst versorgt hatte, entboten Sigrid Heins und ihre Schwester Heidi Holst Kostproben ihres komödiantischen Könnens. Die zwei sind weit über die Grenze der Samtgemeinde für ihre Sketche bekannt. Ebenso bekannt ist auch Rudolf Heins als Vorsitzender des Zevener Landvolkverbandes, gern angefragt, wenn es Probleme im Bauernstand gibt. Er stellte den Landfrauen, die überwiegend nicht in der Landwirtschaft tätig sind, die Ortschaft Volkensen vor, zu der auch Nindorf gehört. 150 Einwohner seien hier zu Hause, davon lediglich vier Vollerwerbslandwirte. Die Ortschaft verfüge über eine aktive Feuerwehr mit einer erfolgreichen Wettkampfgruppe. Darüber hinaus habe der Verein „Backhus-Frünn“ mit der Renovierung eines alten Schafstalles viel für die Dorfgemeinschaft bewirkt. Zu seiner Person gestand er, dass seine Vorfahren „Kufferbuurn“ gewesen seien. Will heißen, die Heins’ aus Hatzte haben in Volkensen eingeheiratet.


 

 

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Landfrauen besuchen die Lebenshilfe Bremervörde/Zeven

 Vor kurzem besuchten 10 Damen der Zevener Landfrauen das Vörderwerk zu einer Betriebsbesichtigung. Sie zeigten sehr viel Interesse an den Arbeiten der Beschäftigten und frischten alte Bekanntschaften auf. Die Begeisterung war groß wie vielfältig die Lebenshilfe doch aufgestellt ist.

Nach dem Rundgang gab es, vom Küchenteam der Lebenshilfe vorbereitet, Kaffee und Kuchen in der Kantine. Es gab einen regen Austausch über die Belange der Lebenshilfe.

 

Gisela Brinkmann sagt Lebewohl

ELDORF. Wehmütig wurde es im „Elsdorfer Hof“, wo sich die Zevener Landfrauen zu ihrer Jahreshauptversammlung trafen, um eine umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten. Ihren letzten Kassenbericht trug Gisela Brinkmann vor, um danach ihre Amtsgeschäfte an Anja Bellmann zu übergeben.

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Die Regularien handelte Vorsitzende Elfi Müller zügig ab. Im Tätigkeitsbericht ließ Schriftführerin
Dagmar Fitschen noch einmal die Aktivitäten des abgelaufenen Jahres Revue passieren.

Ob Vortragsveranstaltungen, Fortbildungen, Tagesausflüge, Theaterbesuche, Arbeitseinsätze oder gesellige Zusammenkünfte– das Landfrauen- Jahr zeigte sich bunt gemischt. Sogar eine Reise nach Lissabongönnten sich einige Damen. Souverän legte Gisela Brinkmann das Zahlenwerk des 563 Mitglieder starken Vereins vor. Eine leichte Unterdeckung konnte aus den Rücklagen ausgeglichen werden. Die Vorstandswahlen sorgten für einige neue Gesichter in diesem Gremium. Die Steddorferin Sabine Müller, die Sellhornerin Friederike Albers und die Zevenerin Angela Liebner übernahmen Beisitzerposten. Dagmar Fitschen aus Nartum und Martina Ahlgrimm aus Zeven gaben dagegen gaben ihre Ämter ab. Dann wurde es sentimental im Saal. Die in ihrem Amt als Vorsitzende bestätigte Elfi Müller holte zu einer Laudatio auf ihre Steddorfer Weggefährtin Gisela Brinkmann aus: „Das Leben ist wie eine Zugfahrt, wir wissen nicht, wann wir am Ziel sind.“ Meist sei auch nicht bekannt, wer wann zu- oder aussteige. Gisela Brinkmann sei nunmehr ausgestiegen – und als Dankeschön für ihre 24-jährige Tätigkeit im Vorstand erhielt die „Frau, die alles hat“ eine Übernachtung in einem Nobel-Hotel geschenkt.

Keine geringere Herberge als die in der Elbphilharmonie in Hamburg hatte Elfi Müller dafür ausgesucht.
Eine ausführliche Würdigung des niedersächsischen Dachverbandes überbrachte
Kreislandfrauen-Vorsitzende Marlene Geestmann in Form einer Biene, dem Wappentier der Landfrauen.

Die besitzt jede aktive Landfrau, doch die von Gisela Brinkmann trägt einen Smaragd auf dem Rücken.
Von der niedersächsischen Gartenakademie war mit Mechthild Ahlers eine Fachfrau aus Bad
Zwischenahn angereist, die Tipps zur Gestaltung eines abwechslungsreichen Frühlingsgartens im
Gepäck hatte. Die Akademie ist unter dem Dach der Landwirtschaftskammer angesiedelt und
bietet während der Gartensaison unter einer Hotline Rat und Hilfe für Hobbygärtner an.


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Zevener Landfrauen sammeln für Hospiz Bremervörde

ZEVEN. Beim Zevener Landfrauenverein ist es ein guter Brauch, bei der letzten Zusammenkunft des Jahres für einen gemeinnützigen Zweck zu sammeln. In diesem Jahr kamen 630 Euro zusammen, die dem „Hospiz zwischen Elbe und Weser“ in Bremervörde zu Gute kommen werden. Der Zevener Hospiz-Mitarbeiter Fritz Raffel, der sich nicht nur in der Hospizarbeit ehrenamtlich engagiert, sondern auch in verschiedenen Bereichen der St. Viti-Kirchengemeinde, nahm die Zuwendung von der Landfrauenvorsitzenden Elfi Müller entgegen. (gh)

 

 

Jungschar bezaubert die Landfrauen

Kindergottesdienstgruppe befördert Weihnachtsgeschichte in heutige Zeit und Pastor Michael Alex untersucht ein mystisches Lied

Von Gerda Holsten
Elsdorf. Weihnachtliche Bläserklänge, die Geschichte über das Kind im Bethlehemer Stall in einer modernen Version, eine ausgiebige Kaffeetafel, ein mystisches Lied, welches in keinem Gesangbuch steht, und auch noch eine Verlosung. Das alles packten die Zevener Landfrauen in einen adventlichen Nachmittag, den zahlreiche Mitglieder des Vereins im „Elsdorfer Hof“ verbrachten.

Eine 14-köpfige Bläsergruppe aus dem Gebiet der Samtgemeinde Zeven unter der Leitung des Scheeßelers Wolf Meyer umrahmte die Adventsfeier der Zevener Landfrauen im „Elsdorfer Hof“ in Elsdorf musikalisch. Vorsitzende Elfi Müller übermittelte Grüße der Landesvorsitzenden. Darin benennt Barbara Otte-Kienast die Existenzängste der Bauern sowie Gruppen, die am Rande stehen. Diese sollten die Landfrauen in den Dörfern in ihre Mitte holen.
Sodann betrat eine quirlige Oldendorfer Jungschar den Saal und erklomm die Bühne. Unter der Leitung der Kindergottesdienst-Mitarbeiterinnen Tanja Kensik, Cornelia und Regina Fahjen sowie Pastor Michael Alex wurde die biblische Geschichte um die Geburt Jesu in die heutige Zeit befördert. Das Christuskind kam in einer rappelvollen Kirche zur Welt, die Eltern wurden zunächst abgewiesen. Doch als das Baby da war, erklang statt Anbetung ein „Boa ey“.
gh lf_pastoralexPastor Michael Alex nahm die Landfrauen nach der Kaffeetafel mit auf eine Zeitreise. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts sei ein Lied entstanden, welches den Weg der Maria durch einen Dornenwald beschreibt. Der Verfasser sei nicht bekannt, der Text sei eher dem Katholischen zuzuordnen, weil eine Marienehrung. „Für Protestanten ist das Lied nicht so recht zugänglich.“ Im übrigen äußerste sich der Theologe leicht verärgert über das permanente Gedudel von Weihnachtsliedern wie „White Christmas“ oder „Rudolph, the red nosed Rendier.“ Lieder wie „Maria im Dornwald“ oder „Es kommt ein Schiff geladen“ würden außerhalb von Kirchenmauern nicht gespielt. Es sei denn, die Landfrauen laden dazu ein und die Bläser spielen dazu, wie im „Elsdorfer Hof“.
Zu jeder Strophe des mystischen Liedtextes hatte sich Alex Gedanken gemacht. Der Dornenwald sei das persönliche Umfeld der jungen Maria gewesen, die vor der Ehe schwanger wurde. Das lasse sich problemlos in die heutige Zeit übertragen. Gesellschaftliche Schranken bestünden weiterhin, nicht nur für junge Frauen. Hass, Neid und Grenzen gelte es zu überwinden, damit, wie in der dritten Strophe des Liedes. „aus den Dornen Rosen wachsen.“ Traditionell sammeln die Landfrauen bei ihrer Adventsfeier Bares für einen gemeinnützigen Zweck. Dazu gingen Behälter durch die Reihen und beim Kassensturz wurden 630 Euro gezählt, die dem Hospiz in Bremervörde zu Gute kommen sollen. Da mit dem Zevener Fritz Raffel, Mitglied des Bläser-Ensembles, ein ehrenamtlicher Hospiz-Helfer zugegen war, nahm dieser den Betrag zu treuen Händen mit. 

 

3 Fragen an Hanne Rötting

11-jährige Schülerin aus                 
Zeven, die in Oldendorf zum
Kindergottesdienst geht

Hanne, Du bist ja gar nicht aus Oldendorf. Wie kommt es, dass Du da zum Kindergottesdienst gehst und auch Theater spielst?
Stimmt, ich wohne nicht in Oldendorf, sondern in Zeven. Tanja Kensik ist meine Patentante und die hat mich mal gefragt, ob ich in Oldendorf mitmachen möchte.“
Und was gefällt dir daran so gut?
Die Gemeinschaft mit Tanja, Cornelia und Regina und Pastor Alex natürlich.
Uns ist aufgefallen, dass du sehr musikalisch bist. Spielst Du auch ein Instrument?
Ja, ich spiele Cello und nehme Unterricht bei der Kreismusikschule.
 

 

            „Dat Joar geiht to End“

                     Zevener Landfrauen verbreiten Weihnachtsstimmung im Heeslinger Heimathaus

                      

HEESLINGEN. Das Heeslinger Heimathaus, ein Fachwerkbau unterm Reetdach direkt an der Oste gelegen, bietet seit einigen Jahren den Zevener Landfrauen seine „gute Stube“ für ein Gitarrenkonzert an.

Dabei ist diese „gute Stube“ genau genommen die Diele, in der sich im Halbrund 10 Gitarristinnen aus den Reihen des Zevener Landfrauenvereins gruppiert hatten. Ihnen gegenüber nahmen etwa drei Dutzend Frauen Platz, die nach Herzenslust sämtliche traditionellen Weihnachtslieder sangen. Für die verhinderte Chorleiterin Anneliese Cordes aus Bülstedt gab die Oldendorferin Rita Möller den Ton an. Das Heeslinger Heimathaus wird zur Adventszeit mit einer Tanne dekoriert, die unzählige rote Kugeln und ebenso viele Lichter aufweist. „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“, dazu brauchte in den Reihen der Gäste niemand einen Text. Da zu den Weihnachtsfeiern hier zu Lande auch immer Geschichten gehören, trugen Anni Brandt aus Godenstedt, Rita Möller aus Oldendorf, Anne Nowara, vormals Sassenholz und die Landfrauenvorsitzende Elfi Müller aus Heeslingen heitere oder besinnliche Erzählungen vor. Unter dem Dach eines niedersächsischen Fachwerkhauses durfte natürlich auch Plattdeutsches nicht fehlen. „Dat Joar geiht to End“ wurde gesungen und gespielt. Und in diesem Lied gibt es eine Passage, die da lautet: „De Strooten sünd schmückt, un de Lüüer speelt verrückt.“ Dieser Text hätte die „Börd Heeßler Plattdüütsch-Speelers“, die nebenan in der richtigen „guten Stube“ ihr nächstes Stück unter der Leitung der Steddorferin Ute Voss einübten, interessieren können. Doch die hatten für Gesang und Gitarren an diesem Abend kein Gehör. (gh)

 

 

                 Der Pastor und das liebe Vieh

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Manfred Thoden sorgt für heiteren November-Nachmittag bei den Zevener Landfrauen

Von Gerda Holsten
Heeslingen. Der Monat November ist hier zu Lande für Fröhlichkeit eher nicht vorgesehen. Die Zevener Landfrauen hingegen verscheuchten mit dem Selsinger Pastor Manfred Thoden und seinen heiteren Geschichten trübe Gedanken.

Landfrauen-Vorsitzende Elfi Müller sprach dem Gast aus Selsingen im Heeslinger Gasthaus „Zum Hollengrund“ einen „Promi-Status“ zu. In der Tat, Manfred Thoden ist mit seinen Büchern weit über die Grenzen der Region bekannt geworden.
Traditionell ist bei November-Versammlungen der Zevener Landfrauen Angelika Deden aus Ahlerstedt zu Gast. Sie leitet dort ehrenamtlich die Bücherstube. Sämtliche erzielten Erlöse kommen einer Organisation in Äthiopien zu Gute. Mit dem Geld werden Brunnen gebohrt, wie zu erfahren war.
Elfi Müller beleuchtete in ihren Begrüßungsworten die Rolle der Frauen in der Adventszeit. Sie seien es, die das Haus gemütlich herrichten, und sie habe sich gefragt, ob es womöglich auch welche gibt, die dem ganzen „Adventskram“ am liebsten entfliehen würden.
Die Vorsitzende mahnte zudem Mitmenschlichkeit an, vor allem alten und allein lebenden Menschen gegenüber. Pastor Manfred Thoden, lange Jahre in Sittensen tätig und nunmehr wieder in der Kirchengemeinde Selsingen zuhause, ließ seine Zuhörerinnen selbst entscheiden, aus welchem seiner beiden Bücher er vortragen solle.


gh landfrauen_thodenZwei Bücher zur Auswahl
Zur Wahl standen seine in Buchstaben gefasste Verehrung für das Hamburger Fußball-Idol Uwe Seeler in dem Werk „Duwensee“ und seine plattdeutschen Erinnerungen an „Hannes“, den goldgelben Kater aus Deinstedt.
Die Wahl fiel auf den Vierbeiner, der in seiner Zeit in Sittensen für mächtig Aufregung gesorgt hatte. Obwohl seine beiden Bücher reichlich Autobiografisches enthalten, so seien sie doch keine Biografie, meinte der Autor. Dazu zitierte der Theologe Thomas Mann: „Ich habe nichts erfunden, immer nur gefunden.“
Und so fand der Absolvent einer einklassigen Volksschule, der zunächst nichts anderes kannte als sein Dorf, irgendwann die große Welt. Und dieses Schritt für Schritt. Sein Enkelkind wächst in Frankfurt auf, sagte Manfred Thoden den Zevener Landfrauen. Dieses Kind wachse von Beginn an in eine andere Welt hinein.
In seinem plattdeutschen Buch „Hannes“ hat der Autor einem einmaligen Kater ein literarisches Denkmal gesetzt. Der Vierbeiner soll sogar einmal die Sittenser Feuerwehr zu einem Einsatz veranlasst haben. Ein Sittenser Viehhändler kommt in seinem Buch ebenfalls vor. Der fand akkurat zu seinem Geburtstag eins von Thodens ausgebüxten Schweinen im Rosenbeet vor.
Und der meinte: „Von Herrn Pastors Koh heb all watt hüürt, ober dat de ook Schwien hätt, wüss ik nich.“ Und der Schweinehalter Thoden, der seiner Tochter zum Gefallen das Borstenvieh angeschafft hatte, wusste auch  noch zu berichten, dass, wenn man beim Veterinäramt zwei Schweine anmeldet, der Verwaltungsaufwand genau so hoch sei wie bei 2000 Schweinen.

 

                           Expertin für Intoleranz

 

                     erntefest weertzen

 

Erntedankversammlung der Landfrauen mit einer Mahlzeit ohne Lactose, Fructose und Gluten

Von Gerda Holsten

OLDENDORF. Bei ihren Erntedankversammlungen befassen sich die Zevener Landfrauen traditionell mit Lebensmitteln. In diesem Jahr standen die zunehmenden Intoleranzen gegenüber gewissen Inhaltsstoffen und deren unappetitliche Folgen im Mittelpunkt. Nur gut, dass vor dem Referat gegessen wurde.Im von Weertzener Landfrauen herbstlich geschmückten Saal im Oldendorfer Gasthaus Adebar appellierte die Vorsitzende Elfi Müller an die Versammlung, Lebensmittel aus der Region zu bevorzugen. Küchenchefin Karin Adebar brauchte diesen Appell nicht, die Kürbisse für die schmackhafte Suppe wuchsen bei Rita Möller in Oldendorf.

frau grimpeSowohl die Suppe, als auch das Brot von Bäckermeister Rainer Knorr, kamen ohne Lactose, Fructose und Gluten aus. Am kommenden Sonntag werden die Zevener Landfrauen anlässlich der Erntewagenparade in Zeven wieder Butterkuchen anbieten. Den wird es jedoch nicht glutenfrei geben können, wie Elke Grimpe, die aus Hamburg angereist war, im Laufe ihres Vortrages erwähnte. Denn Gluten sei der Hauptbestandteil sämtlicher hierzulande angebauter Getreidesorten.

Es sei zu unterscheiden zwischen Allergien und Unverträglichkeiten, so die Expertin. Bei Allergien spiele das Immunsystem verrückt, und kleinste Mengen könnten üble Folgen haben. Gut 20 000 Allergien seien weltweit bekannt. Bei Unverträglichkeiten sei das Immunsystem nicht beteiligt, und diese könnten sogar wieder verschwinden, was bei Allergien nicht der Fall sei.

Es folgten ausführliche Beschreibungen der Lebensmittelgruppen, die Lactose, Fructose und Gluten enthalten. So ist Lactose der Milchzucker, der in allen Frischmilchprodukten, jedoch nicht im Käse enthalten ist. Fructose ist Fruchtzucker, und Gluten ist „Klebstoff“ im Mehl. Obwohl die Nahrungsmittelindustrie verpflichtet sei, Allergene und Zusatzstoffe auszuweisen, wären die Inhaltsangaben oftmals irreführend. Die Referentin selbst stammt aus der Landwirtschaft und hat nach eigenem Bekunden in der Pflanzenzucht gearbeitet. Vor diesem Hintergrund hält sie es für seltsam, dass man aus Äpfeln die Polyphenole herausgezüchtet habe, damit die Früchte im angeschnittenen Zustand nicht mehr braun werden. Inzwischen habe man die gesundheitsfördernde Wirkung eben dieser Polyphenole erkannt, und prompt züchte man den Stoff wieder hinein.

 

 

 

 

 

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Neue Angebote für Mitglieder

Landfrauen kommen zum Erfahrungsaustausch zusammen – Bürgerbusfahren und Mutter-Kind-Tour

Weertzen. Es kommt inzwischen einem Vorurteil gleich, dass Landfrauen immer auch Bauersfrauen sind. Zwar war das früher einmal so. Aber die Zeiten haben sich geändert. Im Landfrauenverein Zeven sind zwar viele Mitglieder noch in der Landwirtschaft tätig, aber einige üben auch andere Berufe aus. Die Ortsvertrauensfrauen kamen jetzt zu einem Erfahrungsaustausch in Weertzen zusammen.

Die Mitglieder im Zevener Landfrauenverein wohnen und wirtschaften im gesamten Einzugsgebiet der Samtgemeinde Zeven. Sie sind keine „Bauersfrauen“, obwohl es etliche aktive Frauen im Verein gibt, die zuhause einen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaften. Die überwiegende Zahl der Mitglieder aber sind Frauen, die nun mal auf dem Land leben, und zwei von ihnen stellten Projekte vor, für die sie sich engagieren.
Zum einen Heike Treu aus Freyersen, die Vorsitzende des Bürgerbus-Vereins in der Samtgemeinde Zeven ist, zum anderen Dagmar Fitschen aus Nartum, die Radtouren für Mütter und Kinder anbietet. Der Begriff der Ortsvertrauensfrau stammt aus den Anfängen der Landfrauenbewegung. Vor über 50 Jahren gingen die Frauen mit den Einladungen zu Versammlungen von Haus zu Haus. Kopiergeräte gab es nicht. „Heute geht das per E-Mail raus“, so Karin Heinz, Ortsvertrauensfrau in Heeslingen. Als eine der am längsten in dieser Funktion tätigen Landfrau meldete sich in der Vorstellungsrunde Irmtraut Eckhof aus Ehestorf.
Gleich nach ihrer Hochzeit bekam die gebürtige Fitschen aus Osenhorst dieses Amt angeboten und füllt es nunmehr seit über einem halben Jahrhundert aus. Nebenbei bemerkt ist Schriftführerin Dagmar Fitschen ihre Nichte.
gh lfdagmarfitschenSie bekannte zu Beginn ihres Vortrags, gefragt worden zu sein, warum sie sich denn bei den Landfrauen engagiere, sie sei doch noch gar keine 50. Womit die 42-Jährige das Vorurteil wegräumte, dass nur ältere Damen sich bei den Landfrauen einfinden.
Die allein erziehende Mutter einer Tochter wagte ein Experiment, in dem sie mit ihrem Kind eine mehrtägige Radtour von Nartum an die Nordsee unternahm. Die positiven Erfahrungen, die sie während dieser Tage machen durfte, möchte Dagmar Fitschen weiter geben, weshalb der Verein diese „Mutter-Kind-Tour“ vom 23. bis 27. Juli in sein Sommerprogramm aufgenommen hat.
25 ehrenamtliche Busfahrer
Heike Treu stellte gemeinsam mit Manfred Block, dem Schatzmeister im Bürgerbus-Verein, das Konzept vor. Der Bürgerbus sei eine Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr und fahre überwiegend dort, wo sonst kein Bus hin komme, außer morgens und mittags ein Schülerbus. Unter den 25 ehrenamtlichen Busfahrern zählt der Verein fünf Frauen, und Block meinte in Richtung Landfrauenvorstand, er könne sich gut vorstellen, dass auch Mitglieder ihres Vereins Spaß am Busfahren haben könnten. Worauf die Vorsitzende Elfi Müller konterte, was denn wäre, wenn sich plötzlich 20 Landfrauen melden würden. „Dann kaufen wir uns einen zweiten Bus“ lautete die scherzhafte Antwort. Block machte jedoch deutlich, dass der Bürgerbus-Vorstand stets auf der Suche nach Interessenten sei.


 

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Landfrauen helfen zu helfen

Erstmals Kinderbetreuung beim gemeinsamen Frühstück im Hollengrund

HEESLINGEN. Traditionell beginnen die Zevener Landfrauen ein neues Jahr mit einem gemeinsamen Frühstück. Trotz extremer Straßenglätte erreichten alle Gäste pünktlich ihr Ziel in Heeslingen. Die Vereinsvorsitzende Elfi Müller nannte in ihren Begrüßungsworten ein Motto für das vor ihren Mitstreiterinnen liegende Jahr: „Wir wollen das Beste hoffen, auf das Schlimmste gefasst sein und nehmen, wie es kommt.“
Anlässlich ihrer Dezember-Versammlung in Elsdorf hatten die Landfrauen freiwillige Spenden gesammelt. Den Betrag von 566 Euro nahmen mit Eva Schröder und Helga Möller zwei Vorstandsdamen der Krebsfürsorge Bremervörde-Zeven entgegen. In ihren Dankesworten beschrieb Eva Möller die Aufgaben der gemeinnützigen Organisation. Mit einem Team von fachlich qualifizierten Mitarbeitern wie Ärzten und Therapeuten werden Erkrankte und deren Familien psycho-sozial betreut. Die Beratung sei kostenfrei und könne sowohl in Bremervörde, Zeven oder auch zuhause in Anspruch genommen werden.


Neben dem individuellen Beratungsangebot wird in Gruppenarbeit und verschiedenen Projekten den Betroffenen der Weg durch Diagnose, Therapie und Nachsorge erleichtert. Der eingetragene Verein habe aktuell 325 Mitglieder.
Die Zevener Landfrauen haben sich für ihre Mitglieder etwas Neues einfallen lassen. Zum ersten Mal gab es eine Kinderbetreuung, um auch jüngeren Frauen einen entspannten Vormittag zu ermöglichen. Birgit Mahnken aus Hamersen, selbst vierfache Mutter, nahm sich der Aufgabe an und entschwand mit den Kindern in Richtung Kegelbahn.


Nach dem reichhaltigen Frühstück mit angeregten Gesprächen an den Tischen hörten die Frauen noch die Erkenntnisse einer Fachfrau für Gesichtsdiagnostik. Dazu war Ilona Weirich aus Hannover angereist. Als „kleinste Bühne der Welt“ bezeichnete sie ein Gesicht. Da die ZZ bereits anlässlich des Landfrauenfrühstücks vor zwei Wochen in Rhade darüber berichtete, wird an dieser Stelle darauf verzichtet. (gh)


 

Mauern wirken „unheimlich“

Weihnachtsfeier der Zevener Landfrauen in Elsdorf – Reisebericht aus dem Heiligen Land

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ELSDORF. „Die Bewegung der Völker ist auch immer eine Chance für die Menschheit.“ So lautet in diesem Jahr die Weihnachtsbotschaft der Landesvorsitzenden der Landfrauen, Barbara Otte-Kinast. Diesen Weihnachtsgruß verlas Rita Möller aus Oldendorf zum Beginn der Weihnachtsfeier der Zevener Landfrauen im „Elsdorfer Hof“ in Elsdorf. Otte-Kinast lässt die Frauen in den Vereinen wissen, wie sehr sie sich um die Heimatlosen und Terroropfer sorgt. Weshalb die oberste Landfrau in Niedersachsen dafür wirbt, von der Küste bis zum Harz die Hände zur Versöhnung zu reichen.

Die zahlreichen Aktivitäten der Landfrauen im zu Ende gehende Jahr fanden mit einer stimmungsvollen Weihnachtsfeier ihren Abschluss. Mit Kaffeetafel, Bläserklängen, Büchern, einem Reisebericht sowie zahlreichen Geschenken vergingen die Stunden in Elsdorf wie im Fluge.
Eine langjährige Freundin der Zevener Landfrauen ist die ehrenamtliche Buchhändlerin Angelika Deden aus Ahlerstedt. Zwei Bücher aus der Feder ganz unterschiedlicher Frauen, Margot Käßmann und Margarete Schreinemakers, empfahl sie ganz besonders als Lektüre.

gh lfhannemannAus der Kirchengemeinde Sittensen hatte Pastor Andreas Hannemann Bilder aus Bethlehem, Jerusalem und Nazareth im Gepäck. Im Mai dieses Jahres war eine Reisegruppe auf den Spuren Jesu Christi im heutigen Israel unterwegs gewesen. Hannemann hatte als Student ein halbes Jahr in einem Kibbuz gearbeitet und war nach eigenem Bekunden schon damals vom Versöhnungswillen der Juden einem jungen Deutschen gegenüber berührt. Dass in heutiger Zeit Mauern errichtet werden, um die Religionen voneinander zu trennen, empfindet er als „unheimlich“. Dennoch – die Stätten, an denen Jesus gewirkt habe, hinterließen bleibende Eindrücke.

So beispielsweise die Geburtskirche, die einen derart niedrigen Eingang hat, dass die Besucher diese heilige Stätte nur in demütig gebückter Haltung betreten können. Das Gegenteil zu den Mauern in Bethlehem und Jerusalem fand die Gruppe nur 40 Kilometer entfernt in Nazareth. Dort gingen Moslems, Juden und Christen in den warmen Quellen gemeinsam baden. „Wir müssen dahin schauen, was gelingt,“ lautete die Erkenntnis des evangelischen Pastors nach der Reise.
Traditionell wird bei den Landfrauen viel gesungen und zu Weihnachten immer mit einem großen Bläserensemble. Unter der Leitung von Wolf Meyer fanden sich Mitglieder der Posaunenchöre aus Elsdorf, Gyhum, Heeslingen und Zeven zusammen, um die Lieder zu begleiten. Auf einem reichlich bestückten Gabentisch präsentierten die Vorstandsfrauen kulinarische, dekorative und nützliche Geschenke, die im Losverfahren neue Eigentümerinnen fanden. Den Hauptgewinn zog Ursula Willenbrock aus Volkensen, sie darf eine Woche im Ostseebad Rerik Urlaub machen. Die Krebsfürsorge Bremervörde-Zeven darf sich auch noch über ein Geschenk freuen, im Rahmen einer Spendensammlung kamen 566 Euro zusammen.  (gh)

 

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Fleisch steht im Fokus

Erntedankversammlung der Zevener Landfrauen mit zwei Vorträgen

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Brauel. Traditionell nehmen die Zevener Landfrauen anlässlich des Erntedankfestes ein ausgewähltes Nahrungsmittel unter die Lupe und verkosten dieses auch in ihrem jeweiligen Versammlungslokal. Zum Thema „Fleisch“ kredenzte die Küche im Gasthaus „Zur Linde“ einen herbstlich angerichteten Teller mit zwei Fleischsorten.
Als Referenten begrüßte Zevens Landfrauenvorsitzende Elfi Müller zwei Fachmänner, beide nach eigenem Bekunden „gelernte Landwirte“. Dieter Staack, Berater des Vereins zur Förderung der bäuerlichen Veredlungwirtschaft (VzF), dokumentierte die Aufzucht von Mastschweinen, von der Besamung bis zur Schlachtreife. Unter anschaulichen Bildern aus verschiedenen Aufzucht- und Mastbetrieben sahen die Landfrauen auch einige aus der „guten alten Zeit“, als die Schweine in engen, fensterlosen Buchten gehalten wurden und die Sauen ihre Ferkelchen totdrückten.
„Unsere Schweine werden überwiegend in Familienbetrieben gehalten, die Betriebsleiter verfügen über einen hohen Ausbildungsstand“, so Staack, der mit dem Vorurteil aufräumte, die hiesige Schweinemast sei Schuld an dem Verschwinden der Regenwälder: „90 Prozent des Schweinefutters wird aus heimischen Produkten erzeugt.“
Dr. Stephan Kruse ist bei Vion, einem niederländischen Konzern, der auch den Zevener Schlachthof betreibt, verantwortlich für Marketing und Tierschutz. Die Fleischvermarkter haben zusammen mit dem Tierschutzbund ein Markenzeichen entwickelt. Wer als Mäster an dem Projekt teilnimmt, muss hohe Auflagen erfüllen und bekommt dafür beim Verkauferlös einen Bonus.
Vion agiere sowohl regional als auch international. „Regional heißt, ein Schlachthof der kurzen Wege. Die Lieferanten kommen alle aus der Region.“ Vermarktet würde weltweit, wobei sich offensichtlich die unterschiedlichsten Geschmäcker auftun: Kruse: „China nimmt am liebsten Ohren und Pfoten, in England, Korea und Japan verkaufen wir überwiegend Bäuche.“
Rita Möller, Landwirtin aus Oldendorf, lud dazu ein, gern einmal in die Ställe auf ihrem Hof reinzugucken. (gh)

 

 

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„Eine Jeans braucht 64000 Kilometer“

Ob Mode Sünde sein kann, erfahren Landfrauen in Heeslingen

HEESLINGEN. Die erste Zusammenkunft der Zevener Landfrauen ist traditionell ein Frühstück in Heeslingen. So auch am vergangenen stürmischen Wochenende. Unbeschadet erreichten die Damen ihr Ziel, den Klostersaal am Heeslinger Hollengrund.

Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet, für welches die Küchen-Crew das Gasthauses „Zum Hollengrund“ Applaus erhielt, stellte Birgit Strübing, gelernte Diakonin, ihre Thesen zum Thema „Kann denn Mode Sünde sein“ vor. Dabei setzte sie sich nicht etwa mit sichtbaren Modesünden, wie etwa Tennissocken zum Anzug, auseinander, sondern sie stellte die Produktionsmethoden vor, die zum Teil unter Menschen unwürdigen Verhältnissen in dem ärmsten Ländern der Welt stattfinden. Aufgeschreckt durch eine Brandkatastrophe in einer Bekleidungsfabrik in Bangladesch seien auch hier Zu Lande Konsumenten von Billig-Shirts aber auch Markenware nachdenklich geworden. Wie wahnwitzig sich beispielweise die eineinhalbfache Erdumrundung einer Jeans gestalte, dokumentierte die Referentin an Hand einer Weltkarte: “Baumwolle aus Indien wird in der Türkei zu Garn, in Taiwan gefärbt, in Europa gewebt und auf den Philippinen genäht.“ Insgesamt habe so eine Jeans 64000 Kilometer hinter sich, bevor sie hier in einem Fachgeschäft im Regal landet. Und der Verkaufspreis teile sich wie folgt auf: „50 Prozent bekommt der Einzelhandel, das Markenlabel schlägt mit 25 Prozent zu Buche, das Material mit 13, der Transport mit 11, und die Lohnkosten betragen nur ein Prozent.“ Mit dem Appell, bewusster einzukaufen, und der Schlussbemerkung: “Bei Lebensmitteln funktioniert das schon“, endete der informative Vormittag. (gh)

 

   

                                            elsdorf lf brunhrunneb

                                            Petra Brunkhorst bedankt sich beim gutgelaunten Gyhumer Pastor Martin Runnebaum

 

 

Viel Stoff zum Nachdenken

Gyhumer Pastor Martin Runnebaum begeistert Landfrauen

ELSDORF. Mit einer stimmungsvollen Weihnachtsfeier, bei der sehr viel gemeinsam gesungen wurde, stimmten sich in Elsdorf die Zevener Landfrauen auf das bevorstehende Fest ein. Aus Gyhum war Pastor Martin Runnebaum zu Gast, der den Damen Weihnachtsmarkt-Beobachtungen schilderte, und aus Frankenbostel eine Kindergruppe mit einem musikalischen Krippenspiel. elsdorf lf kinder

Mit Bläserklängen wurden die Gäste im Saal des Elsdorfer Hofes begrüßt. Dirigent Wolf Meyer hatte ein 15-köpfiges Ensemble aus den Kirchengemeinde Zeven, Heeslingen, Elsdorf, Gyhum und Sittensen um sich herum versammelt. Diese Formation gibt es nur einmal jährlich, und zwar traditionell bei der Landfrauen-Weihnachtsfeier. Elfi Müller, Vorsitzende des Zevener Vereins, der die ganze Samtgemeinde umfasst, verlas eine Grußbotschaft der neu gewählten Landesvorsitzenden Barbara Otte-Kinast. Darin hieß es „Wir feiern Weihnachten nicht in einer heilen Welt und müssen darauf vertrauen, dass der Friede immer wieder neu Wirklichkeit wird.“ Zudem unterbreitete die Vorsitzende einen Geschenkvorschlag: „Verschenkt ein Lächeln, das kostet nichts.“ Von dieser Aufforderung machten sogleich etliche Gäste Gebrauch. Auch Gyhums Pastor Martin Runnebaum ließ sich davon anstecken und sorgte sodann selbst für gute Laune. Seine Beobachtungen auf irgendeinem erdachten Weihnachtsmarkt hatte er mit äußerst spitzer Feder notiert. Fast kabarettistisch kamen seine Ausführungen daher. Sie reichten von dem obligatorischen Glühweinfleck auf der neuen Outdoorjacke bis hin zu „Tochter Zion“ und „Vom Himmel hoch“ aus allen möglichen Lautsprechern. Zum Schluss wurde es dann aber doch noch nachdenklich, und zwar bei der Vorstellung einer Glühweinverkäuferin und eines Karussellbetreibers, die täglich 10 Stunden auf dem Markt stehen müssen, um ihre Familien zu ernähren. Mit denen habe er den Markt verlassen, um ihnen eine Begegnung mit Jesus in der nahe gelegenen Kirche zu ermöglichen. Bei der beliebten Tombola wechselten etliche Gewinne ihre Besitzer. So gewann bespielweise Dr. Walter Borchers, Mitglied des Posaunenchores, einen Tagesausflug mit den Landfrauen im Frühjahr nächsten Jahres. Den Hauptgewinn, eine Woche Urlaub in einem Ferienhaus in Mecklenburg-Vorpommern, nahm Irma Meyer in Form eines Gutscheines mit nach Hause. (gh)

BU: Die Kindergruppe aus Frankenbostel wird von Rosi Viets, Ulrike Brinkmann und Margret Albers betreut



 

Sport nach Krebs genauso wichtig wie Chemo


zeven lf trescherKrebsfürsorge-Vorsitzender Dr. Trescher referiert vor     Landfrauen

HATZTE. Anlässlich der jüngsten Monatsversammlung   der Zevener Landfrauen im Gasthaus Budde in Hatzte pries Dr. Wolfgang Trescher aus Heeslingen Sport als Therapie bei und nach Krebserkrankungen. Zahlreiche  internationale Studien hätten ergeben, dass es sinnvoller sei, den kranken Körper zu trainieren, anstatt ihn zu schonen.

Sind im Allgemeinen die Tagungsräume bei Zusammenkünften der Zevener Landfrauen rappelvoll, so war bei diesem unbequemen Thema die Besucherzahl im Saal von Buddes Gasthaus recht übersichtlich. Neben dem Mediziner, Landarzt in Heeslingen und Vorsitzender der Krebsfürsorge Bremervörde-Zeven, war aus Ahlerstedt Angelika Deden mit einer Bücherauswahl angereist. Sie leitetzevenlf deden buch ehrenamtlich die dortige Jona-Buchhandlung direkt neben der Kirche. Aktuell zum Thema hatte sie ein Buch mit dem Titel „Heute hab‘ ich keine Lust zu Sterben“ dabei. Zevens Landfrauen-Vorsitzende Elfi Müller meinte in ihren Begrüßungsworten, selten so einen schönen November erlebt zu haben. Selten sei dieser viel gescholtene Trübsalsmonat grau in grau dahergekommen, überwiegend gab es Sonnenschein, so ließe sich die ansonsten dunkle Zeit aushalten. Nach einem üppigen Abendbrot „so viel esse ich zuhause nicht“, so die Frankenbosteler Landfrau Anja Bellmann, ergriff Dr. Trescher das Wort. Hätte man in früheren Jahren Patienten nach einer Krebsoperation Schonung geraten, so laute die heutige Erkenntnis: „Sport und Bewegung in Gemeinschaft.“ Weltweite Studien hätten ergeben, dass sich intensives Körpertraining derart positiv auswirke, dass diese Therapie mit dem Ergebnis von Chemo und Bestrahlung vergleichbar sei. In Deutschland war Dr. Freerk Baumann von der Sporthochschule Köln maßgeblich an der Studie beteiligt. Er beschritt Neuland, als er zunächst 20 Frauen zum Wandern nach Norwegen begleitete und dann ein Projekt wagte, welches in der Fachwelt auf heftige Kritik stieß: „Krebspatienten auf dem Jakobsweg“. Dr. Trescher und der Zevener Physiotherapeut Uwe Rakowitz überzeugten sich direkt am Zielort Santiago de Compostella vom Wohlergehen ihrer Patienten. „Ihr allgemeiner Gesundheitszustand hatte sich in den acht Wochen dramatisch verbessert“, so die Erkenntnis. Der Kölner Sportmediziner veröffentlichte daraufhin die detaillierten Ergebnisse. Obwohl die Studien eine hohe Beweiskraft belegen, würde der Sporttherapie hier zu Lande noch recht wenig Bedeutung beigemessen, bedauerte der Fachmann. „Mir ist es ein inneres Anliegen“, so Dr. Trescher abschließend. (gh)


 

                            

            Milchwirtschaftler referiert zum Erntedank

 

                                        

                               Landfrauen unterziehen sich einem Käsetest

 

OLDENDORF. Traditionell starten die Zevener Landfrauen mit einer Erntedankversammlung in ihre Herbst- und Wintersaison. Alljährlich wird dazu ein bestimmtes Lebensmittel von Fachleuten unter die Lupe genommen und natürlich auch verzehrt. Dieses Mal ging es um den Käse, vorgestellt von Christina Nordemann und Ferdinand Rogge.

Zevens Landfrauenvorsitzende Elfi Müller sprach in ihren Begrüßungsworten davon, dass das Erntedankfest wohl eines der ältesten Feste der Menschheit sei. Angesichts des Obst- und Gemüseangebotes aus aller Herren Länder sei jedoch oft schwer auszumachen, in welcher Jahreszeit man sich gerade befinde: „Erdbeeren im Oktober, werden die immer noch geerntet, oder schon wieder?“ Die Lieder der Gitarrengruppe unter der Leitung von Anneliese Cordes passten jedenfalls in die Jahreszeit, allesamt Herbst-und Erntedanklieder. Zum Thema des Abends kredenzte die Küchenmannschaft des Oldendorfer Traditionsgasthauses einen Käseteller mit regionalen Spezialitäten. Die Ökotrophologin Christina Nordemann und der Dipl.Ing. für Milch- und Molkereiwirtschaft Ferdinand Rogge zeigten zunächst einen Kurzfilm, gedreht in einer Molkerei im Ammerland, in welchem die Produktion des Schnittkäses der Sorte Edamer vorgestellt wurde. Dass es dieses Lebensmittel in wer weiß wie vielen Sorten gibt, als Hart- Schnitt- Halbfester- Weich- Frisch- und Sauermilchkäse, war wohl jeder Landfrau bekannt. Dass es jedoch gesetzliche Vorschriften für die Standardsorten gibt, in denen ganz genau dargelegt ist, wieviel Fett- und Wassergehalt ein jeder Käse haben darf, war weniger geläufig. Christina Nordemann, in Diensten der Landesvereinigung für Milchwirtschaft, wies abschließend noch auf die wertvollen Inhaltsstoffe, wie Eiweiß, Vitamine und Mineralien hin. Und zu dem etwas komplizierten Begriff “Fettgehalt i.Tr.“ hatte sie sogar eine Umrechnungsformel parat, mit der ein absoluter Fettgehalt zu ermitteln ist. „Doch das ist eigentlich egal, je fetter der Käse, desto besser schmeckt er.“ Bei einem abschließenden Geschmackstest bewiesen fünf Landfrauen, wie gut sie sich mit regionalen Produkten auskennen, und alle Gäste des Abends durften mit einem Rezeptbuch vom „Milchland Niedersachsen“ nach Hause gehen. (gh)

 

 

 

                     Landfrauen mischen sich ein

                  landfrauen vorstand

HEESLINGEN. Zu ihrer turnusgemäßen Jahreshauptversammlung trafen sich die Mitglieder des Zevener Landfrauenvereins im Klostersaal am Hollengrund in Heeslingen. Wahlen standen nicht auf der Tageordnung, lediglich eine Berufung. Bärbel Sauer aus Zeven wird das Vorstandsteam ergänzen und im kommenden Jahr offiziell gewählt.

In ihren Begrüßungsworten gab die Vorsitzende Elfi Müller ihrer Freude über das schöne Frühlingswetter Ausdruck. „Es kribbelt in den Gärtnerhänden, man mag kaum Feierabend machen.“ Schriftführerin Rita Möller hatte sämtliche Aktivitäten des abgelaufenen Jahres akribisch festgehalten und ließ die Versammlungen, Seminare, Theater- und Kinobesuche, Tagesfahrten und Fahrradtouren noch einmal Revue passieren. Die monatlichen Versammlungen im Winterhalbjahr standen jeweils unter einem ausgesuchten Thema, zu dem ein Experte eingeladen war. „Gelassen älter werden“ war beispielsweise so ein Thema, oder Auswege aus dem lästigen Schnarchen, bei diesem Thema waren auch Männer zugegen, die sich Tipps eines Mediziners einholten. Da die Landfrauen ein reiselustiges Völkchen sind, wurden Tagesausflüge und Fahrradtouren gut angenommen. So radelten im Sommer 70 Landfrauen an vier Tagen rund um die Landeshauptstadt Hannover. Für die diesjährige Sommertour durch Nordfriesland sind noch Plätze zu vergeben. Ein besonderes Anliegen sei die Unterschriftenaktion zum Erhalt der Sprachheilklassen gewesen. Diese war von Erfolg gekrönt, wie erst vor wenigen Tagen öffentlich wurde. „Es lohnt sich also, sich mal einzumischen“, so Möllers Erkenntnis. Die Kassengeschäfte führt seit etlichen Jahren Gisela Brinkmann, sie verwaltet die Beiträge von rund 600 Mitgliedern. Der größte Posten auf der Ausgabenseite ist die Weitergabe eines Beitragsanteils an den Landesverband. Und dieser hat seine Forderung erhöht, was aber laut Aussage der Schatzmeisterin kaum Auswirkungen auf den Zevener Verein hat, da dieser einen Überschuss erzielt habe. Kassenprüferin Kerstin Röger bescheinigte dem Zahlenwerk seine Ordnungsmäßigkeit, weshalb die Entlastung des Gesamtvorstandes zur reinen Formsache geriet. Als weitere Kassenprüferinnen ließen sich Brigitte Hopf und Karin Harms verpflichten. Die Aufgaben der ausgeschiedenen Nartumer Ortsvertrauensfrau Inge Bohling übernimmt künftig die stellvertretende Kassenwartin Sabine Helberg, die in Nartum zuhause ist. Sämtliche Tagesordnungspunkte, die vor dem gemeinsamen Abendessen abgehandelt werden sollten, 10 an der Zahl, waren in rekordverdächtiger Zeit von einer halben Stunde erledigt. Zwei Gäste meldeten sich nach dem Essen zu Wort, eine Pilgerin aus Hatzte und ein Politiker aus Wiersdorf. Der 43-jährige Rechtsanwalt Volkhard Kownetka bewirbt sich um das Amt des Samtgemeindebürgermeisters und stellte seine Biografie vor. Die 58-jährige Gunda Bammann hat nach einer Krebserkrankung 700 Kilometer auf dem Jakobsweg überwunden und zu neuem Lebensmut gefunden. Über ihre Ausführungen werden wir in einer späteren Ausgabe berichten. (gh)


Drei Fragen an Ortsvertrauensfrau Edelgard Pils aus Rüspel

 

ZZ: „Welches sind die Aufgaben einer Ortsvertrauensfrau?“

lf edelEdelgard Pils: “Wir kopieren die Einladungen, verteilen sie an die Mitglieder im Dorf, nehmen Anmeldungen entgegen und leiten diese telefonisch an den Vorstand weiter.“

ZZ: “Ist diese Vorgehensweise im e-mail-Zeitalter nicht etwas überholt?“

Edelgard Pils: „Nein, das ist sie nicht, vor allem ältere Mitglieder haben kein Internet, ich auch nicht.“

ZZ: „Sind Sie in der Landwirtschaft tätig?“

Edelgard Pils: „Das war ich, jetzt haben wir keine Landwirtschaft mehr. Dafür aber vier Enkelkinder, die in direkter Nachbarschaft wohnen und um die wir uns kümmern.“ (gh)

 

 

Weißbrot, Thunfisch, Oliven und Rotwein

Gunda Bammann berichtet von ihrer Pilgertour auf dem Jakobsweg

lf gunda bammannHEESLINGEN. Im Rahmen einer Landfrauenversammlung in Heeslingen war Gunda Bammann aus Hatzte zu Gast. Die rührige Endfünfzigerin, die in Hatzte und Ehestorf in zahlreiche Aktivitäten eingebunden ist, erkrankte vor einigen Jahren an Krebs. 700 Kilometer auf dem Jakobsweg halfen ihr bei der Therapie.

Jovial und mit deutlich vernehmbarer Stimme schritt Gunda Bammann in ihrem Original-Pilger-Outfit durch den Heeslinger Klostersaal. „Das Wichtigste ist der Rucksack“, so die Jakobsweg-Erprobte. Von Bilbao bis Santiago de Compostella hat sie in 24 Tagen 700 Kilometer bewältigt. Wobei es in Spanien zwei Wege gibt, die als Jakobsweg gelten. Einer führt durchs Landesinnere, „das ist der Hape-Kerkeling-Weg“, der andere an der Küste entlang. Gunda Bammann entschied sich für die Küste und sah Atem beraubende Landschaften. „Rechts das Meer und links die Berge.“ Obwohl sie mit einer Gruppe gleich gesinnter Frauen gestartet war, habe man sich unterwegs des Öfteren getrennt, dann aber immer wieder getroffen. Genächtigt wurde in eigens für Pilger ausgewiesenen Herbergen, hin und wieder auch in Pensionen oder Hotels. Die täglichen Mahlzeiten zu organisieren, erwies sich als umständlich. In Spanien würde nicht gefrühstückt und Mittagessen sei vor 16 Uhr nirgends zu bekommen. Weswegen ein Abendessen zur hier zu Lande üblichen Zeit auch nicht möglich war. So behalfen sich Gunda Bammann und ihre Gruppe mit Weißbrot, Thunfisch und Oliven, dazu einen Becher Rotwein. Auf der letzten Etappe wurde es dann richtig voll und die weltberühmte Kathedrale erwies sich als Baustelle, denn wenige Tage später wurde der Pabst erwartet. Die unvermeidlichen Andenkenläden reihten sich aneinander. Die goldene Jakobsmuschel auf blauem Grund, die quer durch Europa den Pilgern den Weg zeigt, musste unbedingt mit nach Deutschland. (gh)

 


Gitarrengruppe feiert 20. Geburtstag

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BRÜTTENDORF. Genau vor 20 Jahren lernten die Zevener Landfrauen, damals unter dem Vorsitz von Renate Böttjer, die Gitarrengruppe des Wilstedter Landfrauenvereins kennen. Die engagierte Leiterin war Anneliese Cordes aus Bülstedt-Osterbruch. Das ist sie heute noch, und nicht nur in Wilstedt sondern eben auch in Zeven und darüber hinaus in Selsingen.

 

Geübt wurde am Anfang bei Renate Böttjer im Keller, inzwischen treffen sich die Damen regelmäßig im geräumigen Brüttendorfer Feuerwehrhaus. Obwohl man seinerzeit im März erst angefangen hatte, wagte die Gruppe bereits im Juni ihren ersten Auftritt bei Inge und Friedel Martens am „Tag des offenen Hofes“. Es folgten Auftritte in Kirchen, Zelten, Fußgängerzonen und natürlich bei Versammlungen der Landfrauenvereine in der Region. Auch die Geselligkeit kam in all den Jahren nicht zu kurz, etliche Ausflüge wurden unternommen, runde Geburtstage gefeiert, und zum 10. Jahrestag reiste die fidele Truppe ins Ostseebad Kühlungsborn. Das 20. Jubiläum wurde mit einem reichhaltigen Mitbringbuffet und ganz viel Musik im Übungsraum gefeiert. Anni Brandt aus Godenstedt hatte einen dicken Ordner voller Erinnerungen dabei. Neues Liedgut wurde zudem auch noch einstudiert. Und wenn es mal nicht auf Anhieb klappt, kommt von Anneliese Cordes ein aufmunternder Zuruf: „Wir stuckeln uns dahin.“ Beispielsweise bei dem Frühlingslied „Tiritomba“, einer alten Volksweise, aus der im Jahre 1956 die damals 17-jährige Margot Eskens einen Schlager gemacht hat, der wochenlang von den wenigen Radiosendern, die es seinerzeit gab, gespielt wurde. Übrigens sind Anneliese Cordes und Margot Eskens im gleichen Jahr geboren, sogar im gleichen Monat mit nur drei Tagen Unterschied. Und in diesem Sommer werden beide Damen 75, bei Anneliese Cordes‘ zierlicher Figur und stets modischem Outfit kaum zu glauben. (gh)

 

 

Landleben abseits der Hochglanzmagazine

                                                Petra Brunkhorst (Mitte) mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern Inge Rissmann und

                                           Lily Hahn (rechts) vom diakonischen Warenhaus "Pütt un Pann" in Zeven


BRAUEL. Zur Karnevals- und Faschingszeit hatten die Zevener Landfrauen einen überaus lustigen und gewitzten Bauern aus Schleswig-Holstein zu Gast. Aber auch Seriöses wurde im Braueler Gasthaus „Zur Linde“ angesprochen, und zwar von Vertreterinnen des diakonischen Warenhauses „Pütt un Pann“ in Zeven.

Die Volkenser Landfrau Petra Brunkhorst begrüßte in ihrer Eigenschaft als stellvertretende Vorsitzende Inge Rissmann und Lilly Hahn, die sich ehrenamtlich engagieren und auch Mitglieder im Landfrauenverein sind. Sie stellten das Warenhaus „Pütt un Pann“ vor, welches sich in direkter Nachbarschaft zur Zevener Tafel in der alten Poststraße befindet. Träger ist das diakonische Werk im Kirchenkreis. Die Waren sind nicht mit Preisen ausgezeichnet, die Kunden können geben, was sie gerade haben. Beliefert wird das Warenhaus von Spendern, die wegen Haushaltsauflösungen oder einfach, weil zu viel Überschüssiges in der Wohnung herumliegt, Haushaltgegenstände los werden möchten. „Zu viele Tassen im Schrank?“ Damit wirbt die Einrichtung um Spenden. Petra Brunkhorst wollte ein einem Kurzinterview wissen, ob denn jeder dort einkaufen könne, oder ob dazu eine Bedürftigkeit nachgewiesen werden müsse, so, wie beispielsweise bei der Zevener Tafel. Dies verneinten die beiden Damen. Neben Kaffee und Kuchen, flott serviert von der „Linde-Crew“, wurde nach Herzenslust gesungen, das ist guter Brauch bei den Zevener Landfrauen. Wieder einmal dabei auch die Gitarrengruppe unter der Leitung von Anneliese Cordes. Die Damen musizieren nunmehr seit 20 Jahren, diesen Geburtstag wollen sie am 12. März im Brüttendorfer Dorfgemeinschaftshaus feiern. Petra Brunkhorst warf, bevor der Gast aus Schleswig-Holstein das Wort lf zeven bauer aus holsteinergriff, noch einen Blick in die Medien, wo es seit einiger Zeit Hochglanz-Magazine zum Landleben gibt. „Landliebe“, „Landlust“, so heißen die bunt bebilderten Hefte. Sie wollte diese Zeitschriften keineswegs schlecht reden, doch so, wie dort beschrieben, gehe es in der Realität ja nun wirklich nicht zu. „Wir Frauen wissen um die Vorteile aber auch um die Nachteile des Landlebens“, so die engagierte Landfrau, und weiter: „Um die Nachteile kümmern wir uns.“ Matthias Stührwoldt, ein 46-jährige Bio-Bauer aus Stolpe, wurde musikalisch begrüßt, und zwar mit einer abgewandelten Textversion nach der Melodie „Im Märzen der Bauer…“. Da heißt es: „Nach März kommt für’n Landwirt der erste April, er legt nach der Vorschrift sein Ackerland still. Bekommt für die Mühe auch bald seinen Lohn, auf amtlichen Umwegen als Subvention.“ Über eine Stunde lang unterhielt sodann der hemdsärmelige, sympathische Land-Komödiant, der auch als Autor der NDR-Reihe „Hör mol’n beten to“ bekannt ist, auf das Vortrefflichste und verbreitete richtig gute Laune. (gh)

BU: Bio-Bauer und Komödiant aus Schleswig-Holstein Matthias Stührwoldt

 


Anneliese Cordes gibt seit 20 Jahren den Ton an

Zevens Landfrauenvorsitzende Elfi Müller bedankt sich bei Anneliese Cordes, die seit 20 Jahren die Gitarrengrüppe leitet


HEESLINGEN. Zu Beginn eines jeden neuen Jahres treffen sich die Zevener Landfrauen zu einem ausgiebigen Frühstück im Heeslinger „Hollengrund“. Neben den kulinarischen Genüssen sorgten Musik, Gesang und höchst amüsante Bemerkungen der Referentin Heidrun Kuhlmann für einen kurzweiligen Vormittag.

In ihren Begrüßungsworten nahm die Vereinsvorsitzende Elfi Müller Bezug auf das älter werden. „Die Jahre zeichnen nur die Haut, jung bleibt, wer noch staunen kann und aufnahmebereit bleibt für Natur und Mitmenschen.“ Als langjährige Wegbegleiterin der Zevener Landfrauen würdigte sie das Wirken der musikalischen Leiterin der Gitarrengruppe. Seit nunmehr 20 Jahren sorgt Anneliese Cordes für den richtigen Ton in den Reihen ihrer Mistreiterinnen, und das nicht nur in Zeven, sondern auch in Selsingen und in der Samtgemeinde Tarmstedt. „Du bist du“, stimmten sodann die Frühstücksgäste zu Ehren der stets gut aufgelegten Musikerin an. Aus dem Schaumburger Land war eine humorvolle Architektin angereist, Mutter von vier erwachsenen Kindern, die seit 15 Jahren mitlf jan heidrun kuhlmann Lebensweisheiten durch die Lande tourt und auch Bücher schreibt. Ihren Vortrag in Heeslingen hatte sie mit dem Wahlspruch des Turnvaters Jahn überschrieben: „Frisch, fromm, fröhlich, frei.“ Dieser Spruch habe nicht nur zur damaligen Turnbewegung gepasst, sondern ließe sich auch auf die Landfrauen übertragen: „Wir sind doch meistens frisch, auch wenn wir manchmal kaputt überm Gartenzaun hängen.“ Fromm seien die allermeisten auch, Gottvertrauen gepaart mit Tatendrang wäre eine gute Mischung. Zur Eigenschaft „fröhlich“ wurde der Mediziner Eckart von Hirschhausen zitiert: “Lachen wirkt wie Aspirin, nur schneller.“ Zur Freiheit stellte die Referentin fest, in einem freien Land zu leben. Im Dorf müsse sich vielleicht die eine oder andere noch von dem Gedanken befreien: “Was sagen die Leute?“ Wer den Wunsch hege, etwas in seinem persönlichen Umfeld ändern zu wollen, der solle am besten bei sich selbst anfangen. „Das fängt mit einem freundlichen Gesicht an. Loben Sie mal ihre Nachbarin, sie werden sie den ganzen Tag nicht wieder los.“ Heidrun Kuhlmann selbst habe einmal in der Fastenzeit versucht, sieben Wochen nicht auf das Übliche wie Schokolade oder Alkohol, sondern auf das Nörgeln zu verzichten. Mit entwaffnender Ehrlichkeit gab sie zu: „Das hat nur drei Tage geklappt.“ (gh)

 

 

Gitarren unterm Weihnachtsbaum

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Die Gitarrengruppe des Zevener Landfrauenvereins unter der Leitung von Annelise Cordes

 

HEESLINGEN. Das festlich geschmückte Heeslinger Heimathaus bildete die passende Kulisse für die Gitarrengruppe des Zevener Landfrauenvereins. Unter der Leitung von Anneliese Cordes erklangen Weihnachtslieder aus geübten Kehlen. Als Überraschungsgast erschien zwischendurch Pastor Andreas Beneke.

  

Pastor Andreas Beneke nimmt ein Geschenk für den Förderverband von Petra Brunkhorst entgegen

Der Rhader Gemeindepastor und zugleich Vorsitzender des Fördererverbandes für das Martin-Luther-Krankenhaus hatte nicht etwa ein Weihnachtsgeschenk für die Damen mitgebracht, im Gegenteil, er kam nach Heeslingen, um desgleichen abzuholen. Die Zevener Landfrauen hatten bei ihrer Weihnachtsfeier im Elsdorfer Hof für einen wohltätigen Zweck gesammelt. Der Fördererverband sollte der Empfänger sein. Pastor Beneke erläuterte kurz den Zweck dieser Einrichtung, die die Stelle des Krankenhausseelsorgers mit finanziert. Die Gitarrengruppe des Zevener Landfrauenvereins hört seit Jahren auf das Kommando von Anneliese Cordes aus Bülstedt. Im Heeslinger Heimathaus hatte sie ein Dutzend Mitstreiterinnen um sich versammelt. Weihnachtliches Liedgut nicht nur aus heimischen Gefilden, sondern beispielsweise ein Hirtenlied aus Venezuela erklang unter dem Strohdach des Heeslinger Heimathauses. Einstimmig, mehrstimmig oder auch als Kanon. Dazwischen trugen Rita Möller, Petra Brunkhorst und Elfi Müller Gedichte und Geschichten vor. Früchtepunsch und Kekse durften auch nicht fehlen, einzig das milde Wetter draußen vor der Tür wollte nicht zu Weihnachten passen. Dagegen half auch kein „Leise rieselt der Schnee.“

 

 Wenn aus Marion eine Marionette wird

 

 

 Rita Möller, Sabine Helberg (oben), Bärbel Sauer, Petra Brunkhorst, Anja Bellmann, Irma Meyer und Gisela Brinkmann

als Drahtzieherinnen der Marionette


Sketch aus der Feder von Pastor Detlef Beneke

ELSDORF. Alljährlich treffen sich die Mitglieder des Zevener Landfrauenvereins zu ihrer vorweihnachtlichen Feier im Elsdorfer Hof . Ganz beliebt ist bei dieser Zusammenkunft die Tombola, und bei dieser die attraktiven Preise. Der Festredner reiste aus Ahlerstedt an. Pastor Detlef Beneke stellte nicht nur seine theologischen und psychologischen Erkenntnisse vor, sondern bewies auch noch Talent als Drehbuchautor.

lf pastor als kellnerDas graue Wetter draußen vor der Tür sei zwar kein bisschen weihnachtlich, wie Elfi Müller als Vorsitzende des Vereins in ihren Begrüßungsworten bemerkte. Jedoch die Klänge des Samtgemeinde-Posaunenchor-Ensembles, welches in jedem Jahr die Landfrauen-Weihnachtsfeier bereichert, waren sehr wohl dazu angetan, eine entsprechende Stimmung zu verbreiten. Die Präsidentin des deutschen Landfrauenverbandes Brigitte Scherb, wohnhaft im Harz, schreibt ihren regionalen Vereinen zu Weihnachten einen Brief, den Elfi Müller verlas. In diesem Jahr galt der führenden deutschen Landfrau dem Satz „Weihnachten wird unter dem Tannenbaum entschieden“ eine kritische Anmerkung. Materielle Geschenke seien nach ihrer Aussage unwichtig geworden in einer Zeit, in der fast jeder alles habe. Ihr wären Ehrlichkeit und Geduld kostbar und dazu gar nicht teuer. Einen von Pastor Detlef Beneke verfassten Sketch führten sodann einige Vorstandsdamen auf. Darin ging es um eine Person namens Marion, die sich an unsichtbaren Fäden hin und her gezerrt fühlt. Sie kann sich nicht entscheiden, zu welcher Weihnachtsfeier sie gehen soll, ob sie zuerst das Haus putzt und dann Kekse backt, oder anders herum Dazu braucht der Mann noch ein gebügeltes Hemd und die Kinder etwas zum Nikolaustag. So fühlt sich Marion als Marionette. Der Theologe aus Ahlerstedt, geboren in Wense und ein „Plattdeutscher“, fragte in die Versammlung, was zu tun sei, um sich nicht alslf elsdorf posaunen Marionette zu fühlen. Eine Landfrau: “Kekse backen weg lassen und bei Bäcker Schwarz kaufen. Die schmecken wie selbst gemacht.“ Ein männliches Mitglied des Posaunenchores: „Morgens eine halbe Stunde eher aufstehen.“ Als Drahtzieher im Leben einer gefühlten Marionette benannte Beneke die sichtbaren, also Familie, Arbeit, Ehrenamt. Doch dann gebe es die unsichtbaren, die Traditionen, wie eben dieses Kekse backen in der Adventszeit. „Der Weg zu einem großen Ja geht über viele kleine Neins.“ Jeder müsse selbst für sich heraus finden, worauf er verzichten könne, damit aus dem Verzicht auf der einen ein Gewinn auf der anderen Seite werden kann. Im Hebräischen seien die Begriffe „Wort“ und „Tat“ ein und dasselbe, so der Pastor, der dazu aufrief, Prioritäten zu setzen. Beim Schlusslied „Oh du fröhliche“ holte Chorleiter Wolf Meyer noch mal alles aus seinen Bläsern heraus und Pastor Beneke nahm die Landfrauen an die Hand und alle sangen im Stehen den Choral, dessen drei Strophen jeder auswendig kennt, mit. Jetzt war es wirklich weihnachtlich geworden, weil inzwischen dunkel, so dass die zahlreichen Kerzen in den selbst gefertigten Gestecken ihren Glanz verbreiten konnten. (gh)

 

Landfrauen unterstützen Petition

petition sprachschule

Rektor Frank Beckmann, Lehrerin Christiane Vagt und Landfrauenvorstand

Petra Brunkhorst mit einer von vielen Unterschriftenlisten


Landesregierung plant Schließung der Sprachheilschulen

WEERTZEN. Bei den Ortsvertrauensfrauen im Zevener Landfrauenverein war kürzlich Frank Beckmann, Rektor der Zevener Janusz-Korczak-Schule zu Gast. Die Pläne der neuen Landeregierung besagen, dass es ab dem nächsten Schuljahr keine Einschulungen in die so genannten Sprachheilschulen mehr geben wird.

Kinder mit entsprechenden Empfehlungen sollen als Inklusionskinder in ihre Wohnort nahen Regelschulen eingeschult werden. Dies würde das Aus der Sprachheilschule in Zeven bedeuten. Beckmann erläuterte das Prinzip seiner Einrichtung. Dort werden Grundschüler aus dem ganzen Landkreis beschult, die spätestens nach zwei Jahren in ihre Regelschule wechseln. Beckmann sprach sich ganz deutlich für Inklusion aus, Kinder sollten dort lernen, wo sie auch leben. „Aber wenn es in der Grundschule keine qualifizierte Betreuung gibt, dann muss die Förderschule bleiben.“ Dies unterstrich die Zevener Grundschullehrerin Christiane Vagt, zugleich Vorstandsmitglied im Landfrauenverein. Zur Verdeutlichung verglich sie den Beruf des Lehrers mit dem eines Arztes. „Wir würden doch keinem Zahnarzt erlauben, auch die Augen zu operieren.“ Ihrer Grundschule am Klostergang würden von der Sprachheilschule selbstbewusste Kinder überstellt, Grundschullehrer könnten dies nicht leisten. Die Zevener Landfrauen reihten sich in die Unterstützer einer Petition ein und haben an etlichen Orten Unterschriftenlisten für den Erhalt der Förderschulen ausgelegt. Auch online ist ein Eintrag in die Liste möglich. Unter www.openpetion.de informiert die Seite zudem ausführlich über den Sachverhalt. (gh)

 

 

Auch Schweigen kann Kommunikation sein 

lf domroese brunkhorstBRAUEL. Landfrauen reden gern miteinander, das stellen sie vor Versammlungsbeginn auch unter Beweis, so wie im Vorfeld ihrer November-Zusammenkunft im Gasthaus „Zur Linde“ in Brauel. Wie sie dies künftig effektiver tun können und dabei ihr Gegenüber auch noch besser verstehen, das zeigte die Stader Kommunikations-Trainerin Sonja Domröse auf.

Zunächst begrüßte die Vorsitzende des Zevener Landfrauenvereins Elfi Müller mit dem Schulleiter Frank Beckmann den Pädagogen, der um den Erhalt seiner Sprachförderschule kämpft. (Die ZZ berichtete). Bekanntlich haben sich die Landfrauen in dieser Sache engagiert und übergaben die bislang 550 gesammelten Unterschriften für die Petition. Aus Ahlerstedt war Angelika Deden zu Gast. Sie leitet ehrenamtlich die Jona-Bücherstube der dortigen Kirchengemeinde und stellte Neuerscheinungen sowie ein Frauen-Projekt in Äthiopien vor, welches aus den Erlösen der Buchhandlung gefördert wird. Nach einem ausgiebigen Abendessen, die Linde-Küchen-Crew hatte einen „Frauenteller“ kreiert, ergriff die Stader Pastorin und Kommunikationstrainerin Sonja Domröse das Wort. „Zuhören, reden, verstehen“ sei oftmals nicht so einfach, obwohl täglich praktiziert. Jeder Mensch sei ein Individuum, der jedoch ohne Dialoge nicht für sich allein existieren könne. In der Familie, am Arbeitsplatz, unter Freunden müssten ständig Botschaften ausgetauscht werden. „Gespräche haben immer einen Sender und einen Empfänger“, so die Theologin mit einem Vergleich aus dem Bereich Technik. So könne es Probleme geben, wenn eine Nachricht beim Empfänger nicht so ankäme, wie sie vom Absender gemeint war. Ein Beispiel: “Sie sitzt am Steuer, er daneben und weist seine Frau darauf hin, dass die Ampel grün ist.“ Die Frau reagiert nicht auf diese bloße Sachinformation, sondert antwortet auf der Beziehungsebene: „Fahr‘ ich oder fährst du?“ Dieses Beispiel schien im Publikum wohl bekannt. In der Kommunikation sei auch die Körperhaltung zu beachten. Verschränkte Arme beim Gespräch im Stehen oder verknotete Beine im Sitzen deuten auf eine Abwehrhaltung hin. Aktives Zuhören sei nach Ansicht der Fachfrau das A und O einer guten Unterhaltung: „Versuchen, sich in das Gegenüber hineinzuversetzen, Akzeptanz walten lassen und echt bleiben.“ Sogar Schweigen könne etwas ausdrücken: “Selbst, wenn wir nichts sagen, kommunizieren wir.“ (gh)

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Angelika Deden von der Jona-Bücherstube aus Ahlerstedt


 

 

Erntedank mit Lachs und Fischpraline

landfrauen kunkel mueller

Fisch-Experte Jochen Kunkel zu Gast bei den Zevener Landfrauen

OLDENDOF. Im Rahmen ihrer Erntedankversammlungen befassen sich die Zevener Landfrauen alljährlich mit einem Lebensmittel. Nach Kohl, Äpfeln, Kartoffeln oder Brot stand in diesem Jahr der Fisch im Mittelpunkt. Dazu war als Experte Jochen Kunkel mit Spezialitäten aus seiner Räucherei in Klein Meckelsen zu Gast in Oldendorf.

Das Küchenteam im Gasthaus Adebar hatte die köstlichen Fischprodukte ansprechend angerichtet. Heiß und kalt geräucherter Lachs gesellte sich zu Butterfisch, Garnele und hauchdünnen Thunfisch-Carpaccio, als i-Tüpfelchen eine landfrauen fischvon Hand gefertigte Fisch-Praline. Bevor Zevens Landfrauen-Vorsitzende Elfi Müller den 170 anwesenden Mitgliedern guten Appetit wünschte, ging sie in ihren Begrüßungsworten noch einmal auf das wechselvolle Jahr ein, welches trotz mancher Wetter-Unbilden letztendlich doch noch eine gute Ernte ermöglichte. Wenigstens hier zu Lande, in den Hochwassergebieten entlang der Elbe wohl eher nicht. Mit Bärbel Sommer aus Zeven stellte sich eine Mitstreiterin im Vorstand vor, die vorerst berufen wurde und sich im nächsten Jahr zur Wahl stellt. Jochen Kunkel, studierter Landwirt, stellte zunächst seinen Werdegang vor, der ihn von Zeven zur Uni nach Kiel, dann als Betriebsleiter in einer Fischfutterfabrik nahe der holländischen Grenze nach Klein Meckelsen führte. Dort gründete er vor 25 Jahren mit seiner Frau Marion in deren Elternhaus das inzwischen weltweit agierende Unternehmen. „Unser erster guter Kunde war Gasthaus Adebar in Oldendorf“, so Kunkel im Rückblick. „Nachhaltigkeit“ sei das Gebot der Stunde. Den Weltmeeren, denen alljährlich 90 Millionen Tonnen essbarer Produkte entnommen wird, drohe die Überfischung. Daher käme der Aqua-Kultur zunehmende Bedeutung zu. Allerdings sei in diesem Bereich Profitgier zu beobachten, denn die Fische hätten nicht genug Platz. Sein Betrieb beziehe allerding nur Ware von zertifizierten Aqua-Züchtern. Den Supermarkt-Räucherlachsen würde häufig eine Salzlake gespritzt, um das Volumen zu vergrößern. In Klein Meckelsen passiert genau das Gegenteil. Da wird den Lachsen durch Salzen und Räuchern Flüssigkeit entzogen. „Und deswegen können wir eben nicht billig sein.“ Kunkel vertrat die These, dass Lebensmittel im Allgemeinen sowieso zu billig seien und die Erzeuger nicht angemessen für ihre Arbeit entlohnt würden. Doch der Druck der Handelsketten sei enorm. Der Fisch-Experte hatte auch ein Beispiel parat: “Vor 50 Jahren haben wir 52 Prozent unseres Einkommens für Lebensmittel bezahlt, heute sind es nur 11.“ Sodann beantwortete der Gast, neben Gastwirt Johnny Adebar das einzige „Mannsbild“ bei den Landfrauen, noch bereitwillig Fragen aus der Versammlung. Vom TuS Rüspel bestritten acht Damen mit einer lustigen Tanzdarbietung den Unterhaltungsteil. (gh)

 

 

 

 

 Aus allen Himmelsrichtungen nach Heeslingen

Heeslingen. Alljährlich im Frühsommer starten die Zevener Landfrauen mit dem Fahrrad von ihrem Zuhause in einer Sternfahrt zu einem gemeinsamen Ziel. Das hieß in diesem Jahr Heeslingen. Auf dem noch vom Heimattag geschmückten Gelände rund um das Heimathaus wurden die Radlerinnen von Inge Müller und ihrem Team bewirtet und unterhalten.

Aus allen Himmelsrichtungen wurde das Ziel unter den alten Eichen am Ufer der Oste angesteuert. Zum Einzugsgebiet des Zevener Vereins gehört die ganze Samtgemeinde, also auch die Börde Elsdorf und die Gemeinde Gyhum. Das Areal präsentierte sich in äußerst schmuckem Zustand, war es doch erst Sonntag Kulisse des Heeslinger Heimattages. Herrliche Blumen-Arrangements vor dem Fachwerkhaus zogen die Blicke der Gäste auf sich. Hinter der Scheune stiegen Rauchschwaden in den Abendhimmel, verursacht durch drei gestandene Feuerwehrmänner. Der frühere Ortsbrandmeister Helmut Lemmermann und seine Mitstreiter Rudolf Wedemyer und Gerhard Krüger hatten sich als Grillmeister engagieren lassen. Heeslingens Bürgermeister Gerhard Holsten stellte den Damen seinen Heimatort in höchsten Tönen vor. Eine perfekte Infrastruktur mit Ärzten, Apotheke, Einkaufsmöglichkeiten, Kinderbetreuung und Schule würden für ständig steigende Einwohnerzahlen sorgen. Um die Zukunft sei ihm deshalb überhaupt nicht bange. Die „Börd Heeßler Danzers“ zeigten sich trotz gerade überstandenem Heimattag kein bisschen landfrauen heesl sketch-1müde und legten mit dem „Nagelschmied“ oder „Windmüller“ eine flotte Sohle auf’s Parkett. Im Heeslinger Kindergarten gibt es eine regelmäßige Oma- und Opa-Stunde, wie Inge Müller ihre Gäste wissen ließ. In dieser Stunde wird platt gesprochen, denn diese Sprache möchten die Älteren an den Nachwuchs weiter geben. Marthe Holsten und Linus Ehlen brachten Kostproben des Erlernten zu Gehör: „Unse Heimatsprook is ne feine Sook“. Mit einem Pantomime- Sketch „Landfrau gegen Stadtfrau“ amüsierten Rita Wülpern und Inge Müller ihr Publikum auf das Köstlichste. (gh)

 

 

 

Jahreshauptversammlung in Heeslingen

 

 

1.Vorsitzende im Amt bestätigt

 

 

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HEESLINGEN. Rund einhundert Landfrauen trafen sich am Dienstagabend zu ihrer Jahreshauptversammlung im Heeslinger „Hollengrund“. Wichtiger Tagesordnungspunkt war in diesem Jahr die Wahl des Vorstandes.

Nach vier Jahren an der Spitze des Vereins stand Elfie Müller als Vorsitzende zur Wahl. Sie wurde mit 99 Stimmen wiedergewählt.

Auch Gisela Brinkmann, die seit vielen Jahren das Amt der Kassenwartin bekleidet, stand zur Wahl und die stellvertretende Schriftführerin Irma Meyer. Da die Beisitzerinnen Ilse Ehlen und Karin Budde auf eigenen Wunsch aus dem Vorstandsteam ausschieden, erklärte sich Anja Bellmann aus Frankenbostel bereit, dort mitzuarbeiten. Die Ergebnisse waren nach der geheimen Wahl dann deutlich und eindeutig. Elfi Müller bekam 99 Stimmen und bleibt damit weitere vier Jahre die Vorsitzende der Landfrauen. „Mehr Stimmen gingen gar nicht und sie sind die Bestätigung dafür, dass du wirklich gute Arbeit geleistet hast“, lobte Wahlleiterin Hiltrud Eckhoff. Auf die Kassenwartin Gisela Brinkmann entfielen 98 Stimmen und jeweils 97 Stimmen bekamen Irma Meyer und Anja Bellmann.

Zwanzig Jahre lang unterstütze Ilse Ehlen die vielfältigen Aufgaben des Vorstandes und es habe ihr immer sehr viel Spaß gemacht, unterstrich sie in ihrem kleinen Rückblick. „Ich habe mit drei verschiedenen Vorsitzenden und insgesamt zwanzig Frauen zusammengearbeitet“. Für ihr Engagement bekam sie von der Kreisvorsitzenden Marlene Geestmann die Ehrenurkunde des Niedersächsischen Landfrauenverbandes (NLV) überreicht.

Die Schriftführerin Rita Müller fasste noch einmal zusammen, was bei den Landfauen im vergangenen Jahr so alles los war. Neben den regelmäßigen Treffen und Versammlungen, besuchten die Frauen auch verschiedene Seminare. Sie besichtigten zum Beispiel MT-Energie und besuchten Theater- und Kinovorstellungen. Mit dem Fahrrad erkundeten sie die Ostseeküste, fuhren zur Meyer-Werft nach Papenburg und nach Mallorca. Es gab einen Tag in Hagenbeck´s Tierpark, speziell für Großeltern und ihre Enkelkinder, sowie den Besuch von Lesungen.

Echte Spezialistinnen sind die Landfrauen, wenn es um die Zubereitung leckerer Torten geht. Die verkauften sie unter anderem auf der Tarmstedter Ausstellung und auf der Erntewagenparade in Zeven. „Es waren im letzten Jahr 38 Einzelveranstaltungen mit insgesamt 1766 Teilnehmer“, fasste Rita Müller am Ende zusammen.

Nach dem Kassenbericht von Gisela Brinkmann und der Entlastung des Vorstandes, wurde Bärbel Sauer als neue Kassenprüferin gewählt. Sie ist außerdem, zusammen mit Rita Henning, neue Ortsvertrauensfrau des Landfrauenvereins Zeven.

Nachdem die Tagesordnung nach rund zwei Stunden abgearbeitet war, konnten sich die Frauen dann ganz entspannt zurücklehnen und durch die Diashow von Käthe Bösch inspirieren lassen. Zusammen mit ihrem Mann Peter hat sie einen großen Garten in Rhade, der jedes Jahr im Sommer besichtigt werden kann. Am Dienstagabend informierte sie über „Stauden: für jeden Standort die Richtige“. (he)

 



Schnarchen, nur lästig?


Facharzt informiert Landfrauen über leidiges Thema

ELSDORF. Ob das Schnarchen nur eine leidige nächtliche Ruhestörung ist oder ob sich eine ernsthafte Erkrankung dahinter verbirgt, dies wollten nicht allzu viele Zevener Landfrauen wissen. Die Teilnehmerzahl an der Mitgliederversammlung zu diesem Thema im Elsdorfer Hof war jedenfalls recht übersichtlich.


lf schnarchen dr wenzelDoch das ficht die sonst von meist über 100 Besucherinnen verwöhnten Zevener Vorstandsdamen nicht an. Die Vorsitzende Elfi Müller: “Wir müssen auch mal über heikle Themen sprechen.“ Dass ein solches Thema überaus heiter anmoderiert werden kann, bewiesen die Frauen dann in einem Sketch selbst. „Frühstück bei Stefanie“ brachten Elfi Müller, Petra Brunkhorst, Irma Meyer, Anette Moschner, Christiane Vagt und Rita Möller äußerst gekonnt auf die Bühne. Der in dieser täglich ausgestrahlten NDR-Humoreske ebenso täglich Kreuzwort rätselnde Opa Gehrke fragte beispielsweise zum Schluss nach „Gefahr für die Nestflucht mit 10 Buchstaben.“ Das war der Startschuss für den Hals-Nasen-Ohren-Facharzt Dr. Stefan Wenzel vom Harburger Asklepios-Klinikum. Der Mediziner ist dort Leiter des Schlaflabors und bezeichnete zum Eingang seiner Ausführungen schnarchende Leute als völlig normal. Solange der Partner damit leben, beziehungsweise schlafen könne, bestünde kein Handlungsbedarf. Kritisch würde es jedoch bei der „obstruktiven Schlafapnoe“, dies sei ein Kollaps der Atmungsorgane, der sich in Atempausen von bis zu einer Minute darstelle. Schuld daran sei eine Erschlaffung der Muskulatur, meist altersbedingt, der Schlaf sei dann nicht mehr erholsam, der folgende Tag eine Qual. Das Herz-Kreislaufsystem würde belastet, Diabetes, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen begünstigt. Bei dieser Form des Schnarchens sei Therapie angesagt, und zwar zuerst die Abklärung durch den Hausarzt oder Facharzt. Dann ein Messgerät für zuhause und bei positivem Befund eine Nacht im Schlaflabor. Wenn dort eine bedrohliche Apnoe festgestellt wurde, gebe es ganz einfache Therapiemöglichkeiten. Am besten bewährt habe sich die nasale CPAP-Therapie, wobei der Schnarcher eine Überdruckbeatmung durch die Nase erfährt. Fast geräuschlos und mit durchschlagendem Erfolg. „Patienten haben berichtet, dass sie damit schon nach der ersten Nacht ein völlig anderer Mensch geworden sind.“, so Dr. Wenzel. Und diese Menschen hätten zum Teil Jahrzehnte lang gelitten und nicht gewusst, woran. (gh)

 

 lf sketch petra"Frühstück bei Stefanie" Petra Brunkhorst als

                                                                                                                 "Steffi"

 

 lf schnarchen opa gehrke    Christiane Vagt als  "Opa Gehrke"




 

lf schnarchen ehepaar lewinDrei Fragen an Gunda und Fritz Lewin aus Zeven:

ZZ (Vor dem Vortrag): „Wer von Ihnen schnarcht denn?“

Fitz Lewin: “Ich, wenn ich ein Bier zu viel getrunken habe oder das letzte schlecht war.“

Gunda Lewin: “Ich, wenn ich auf dem Rücken schlafe.“

ZZ: „Warum sind Sie beide hierher gekommen?“

Fritz und Gunda Lewin: “Weil wir uns Lösungsvorschläge erhoffen.“

ZZ (Nach dem Vortrag): Was haben Sie für sich aus dem Abend mitgenommen:

Fritz und Gunda Lewin (übereinstimmend lachend): „Wir sind bald 50 Jahre verheiratet, wir lassen alles so, wie es ist.“ (gh)


 


Loslassen, wer gelassen älter werden will

 

170 Landfrauen frühstücken im Heeslinger Klostersaal

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HEESLINGEN. Dass ein gutes Frühstück der beste Start in einen neuen Tag ist, das wissen nicht nur die Zevener Landfrauen. Doch die machen aus dieser Mahlzeit gleich eine Versammlung, zu der sich 170 Mitglieder in Heeslingen im Klostersaal am Hollengrund einfanden. Die weiteste Anreise hatte die Referentin Karin Vorländer, die im Oberbergischen Land zuhause ist.

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Die Landfrauen-Gitarrengruppe war mit einem Quartett vertreten, Rita Möller, Ingrid Müller, Anni Schleßelmann und die Ehrenvorsitzende Renate Böttjer griffen in die Saiten und begleiteten die Gäste beim gemeinsamen Morgengesang. Elfi Müller, Landfrau aus Viehbrock und Vorsitzende des Vereins, mahnte in ihren Begrüßungsworten, nicht zu vergessen, in welchem Wohlstand hier zu Lande gelebt würde: “Uns geht es besser, als einem König im Mittelalter.“ Zudem steige die persönliche Lebenserwartung, ein Grund, sich über ein aktives und gelassenes älter werden Gedanken zu machen. Dies tat dann nach einem opulenten Frühstück, für welches die Hollengrund-Küchencrew reichlich Lob und Applaus erntete, die Referentin Karin Vorländer. Die Autorin und Journalistin hat ihren 60. Geburtstag gerade hinter sich, fühlt sich nach eigenem Bekunden keineswegs als „Seniorin“ und sieht auch ganz und gar nicht danach aus. Sie ärgert sich darüber, dass Leuten über 50 meist nur noch Wassergymnastik und Computerkurse angeboten werden. Richtig geärgert hat sie sich über ihre Gynäkologin, die ihr in den Wechseljahren unbedingt Hormone verschreiben wollte. Natürlich stünden dem „mehr“ an Lebensjahren ganz natürliche Verluste gegenüber. Eingeschränkte Mobilität etwa, keine Berufstätigkeit mehr und keine Kinder mehr im Haus. Ein paar nachdenkenswerte aber auch humorige Sprüche zu dieser Lebensphase gab sie zum Besten: „Warum ist eine ältere Frau jünger als eine alte Dame?“ oder: “Die Zähne tun nicht mehr weh, und man hört das dumme Zeug, welches geredet wird, nicht mehr.“ Und noch etwas derber: “Gott ist ungerecht, er gibt uns Falten im Gesicht, obwohl doch woanders viel mehr Platz ist.“ Da im Alter niemand mehr in die Höhe wachse, solle in dieser Lebensstufe ein Wachsen in die Tiefe angestrebt werden. Viele Dinge müssten losgelassen werden, so beispielsweise eine Verbitterung, die sich eventuell im Laufe von Jahren festgesetzt hätte. „Nicht nachtragen, denn der Nachtragende trägt die Last“, lautete eine ihrer vielen Lebensweisheiten. Beim Kaffeklatsch von Krankheiten zu reden, davon riet sie dringend ab:“Krankheiten werden nicht besser, wenn man dauern davon redet.“ Ein anschauliches Beispiel von Vergänglichkeit, die trotzdem schön sein kann, hatte Karin Vorländer in einer orangefarbenen Plastikdose dabei: die Frucht einer Lampionblume, die ihr orange leuchtendes Äußeres bereits verloren hatte. Filigran schön präsentierte sich das „Gerüst“. Wer also einzusehen vermag, dass es kein Abonnement auf Gesundheit gibt, Einschränkungen akzeptieren und Überflüssiges loslassen könne, dem stünde einem gelassenen älter werden nichts im Wege. Petra Brunkhorst, stellvertretende Vereinsvorsitzende, gab den Frauen ein häufig genutztes Zitat mit auf den Heimweg: “Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.“

(gh)

 

 


Weihnachtsfeier der Landfrauen

"Jesus tickt anders"

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Vorstandslandfrau Sabine Helberg verteilt Tombolagewinne

ELSDORF. Zu ihrer diesjährigen Weihnachtsfeier mussten die Zevener Landfrauen durch eine tief verschneite Winterlandschaft fahren. Auf dem Saal des Elsdorfer Hofes wurden sie mit Posaunenklängen empfangen, um anlässlich ihrer letzten Zusammenkunft des Jahres einen rundherum stimmungsvollen Adventsnachmittag zu verbringen.

Zevens Landfrauenvorsitzende Elfi Müller aus Viehbrock wünschte ihren Mitstreiterinnen „ein gutes Wort zur rechten Zeit“ und meinte zudem, dass „100 kleine Freuden 1000 mal mehr wert sind, als eine große.“ Ferner verlas sie den diesjährigen Weihnachtsbrief der Präsidentin des Niedersächsischen Landfrauenverbandes Brigitte Scherb. Diese schlug nachdenkliche Töne an, angesichts der heutigen Lebensweise. Unter anderem schreibt sie: „Wie wäre es mit einer Lebensstiländerung, die Genügsamkeit, Maßhalten, Zeit für Muße und Stille zum Ziel hätte? Wie wäre das Entdecken der Weisheiten: Weniger ist mehr und Danke, es reicht.“ Aus der Zevener Gosekamp-Grundschule waren Zweitklässler mit ihrer Lehrerin Maria Patzelt sowie Rektorin Heike Gathmann angereist. Dielf elsdorf diakon jungen Leute stellten die Weihnachtsgeschichte aus kindlicher Sicht dar und ernteten dafür herzlichen Applaus. Diakon Michael Freitag-Parey, Mitarbeiter in der Freizeit- und Begegnungsstätte Oese, beschäftigte sich in seinen Ausführungen mit dem Hauptdarsteller der Weihnachtsgeschichte: Jesus. Der 41-jährige dreifache Familienvater behauptete: “Jesus tickt anders.“ Die Erwartungen, die ein jeder Mensch gerade in der Weihnachtszeit an die Familie, Freunde, das neue Jahr oder auch an sich selbst stelle, wären hoch. „Es gibt eine große Sehnsucht nach Wärme und Harmonie.“ Die kirchliche Landschaft würde sich jedoch verändern, eine neue Religiosität oder auch Spiritualität seien zu beobachten. Dies ginge jedoch an dem, was das Evangelium aussage, vorbei. Der Glaube bedürfe keines Kultes, keiner Ethik und schon gar nicht eines Opfers. „Wir müssen selber gar nichts tun“, so der praktizierende Christ, der befürchtet, dass „zwischen Kartoffelsalat und Nordmanntanne“ die Bedeutung von Weihnachten zu verschwinden droht. Traditionsgemäß sammeln die Zevener Landfrauen bei ihrer letzten Zusammenkunft des Jahres für einen wohltätigen Zweck. In Elsdorf kamen dieses Mal über 600 Euro für das Hospiz des Kirchenkreises zusammen. Tradition hat auch die Tombola, deren Hauptgewinn, eine Woche Urlaub an der Ostsee, nach Wehldorf an Angelika Meyer ging. Unter den Mitgliedern des15-köpfigen gemischten Posaunenchores aus den Kirchengemeinden Zeven, Heeslingen, Gyhum, Elsdorf und Sittensen wurde ebenfalls ein Gewinner ermittelt. Jakob Müller aus Viehbrock nahm einen prall gefüllten Brotkorb mit nach Hause. (gh)

 




Landfrauen-Advent bei der Stader Saatzucht

Wie in jedem Jahr gibt es bei der Stader Saatzucht in der Bahnhofsstraße einen Verkaufsstand des Zevener Landfrauenvereins. Angeboten werden Handarbeiten, gebastelte Adventsdekoration, hausgemachte Liköre und Marmelade und vieles mehr. Geöffnet ist der Stand während der Öffnungszeiten der Stader Saatzucht.

 

Unser Foto zeigt die Landfrauen Anja Dubbels, Anita Bruns, Karin Ortmann, Marianne Windler und Renate Keller

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Facharzt mag keine Medizinsendungen

 

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Wissenswertes über Herzkrankheiten hörten die Landfrauen in Brauel

BRAUEL. Zu ihrer November-Versammlung, bei der sich 160 Landfrauen im Braueler Gasthaus „Zur Linde“ einfanden, hörten die Damen Wissenswertes zur Vorbeugung von Herzkrankheiten. Internist und Kardiologe Dr. Joachim Berthold praktiziert am Ostemed-Klinikum in Bremervörde und stellte unter Beweis, dass Frauenherzen anders schlagen.


kopie von lf brauel dr bertholdZevens Landfrauenvorsitzende Elfi Müller richtete in ihren Begrüßungsworten an die Gäste im voll besetzten Saal einen Appell: „Wenn sich nach Totensonntag die ganze Nation ins Weihnachtsgeschäft stürzt, bitte essen Sie vorher etwas. Sonst landen Sachen im Einkaufswagen, die sie später an Ihrem gesunden Menschenverstand zweifeln lassen.“ Bei Landfrauen-Zusammenkünften darf natürlich ein schmackhaftes Essen nicht fehlen, und dafür sorgte in Brauel die Linde-Küchen-Crew, wofür Anke Viebrock ein herzliches „Danke, Anke“ zugesprochen wurde. Sodann ging es zu der Herzensangelegenheit des Facharztes Dr. Berthold. Er berichtete, dass die Medizin erst seit etwa 150 Jahren wisse, „dass Frauen ihren eigenen Arzt brauchen.“ Nicht nur für den Unterleib, nein auch das weibliche Herz sei anders zu behandeln, als das eines Mannes. Vorboten eines drohenden Infarktes seien bei Männern das typische Beklemmungsgefühl in der Brust und Schmerzen im Arm. Bei Frauen würden eher Bauchschmerzen und Übelkeit auftreten, weshalb ein Herzinfarkt bei Frauen sehr viel schwerer zu diagnostizieren sei. Außerdem würde dieser auch selten vor den Wechseljahren auftreten, denn die weiblichen Hormone schützen die Gefäße. Risikofaktor Nummer eins sei der Bluthochdruck, eine gefährliche Paarung dazu Diabetes. Wenn dann auch noch Bewegungsarmut und Übergewicht dazu kämen, und womöglich auch noch Rauchen, die Pille und zuviel Salz in der Ernährung, dann sei die höchste Alarmstufe erreicht. Die Diagnostik sei zwar im Laufe der Jahre besser geworden, doch bei der Therapie sei festgestellt worden, dass ein gleiches Medikament bei Frauen und Männern unterschiedliche Wirkung zeige. Beispielsweise sei das „ASS“ für Frauen überhaupt nicht geeignet, einem Herzinfarkt vorzubeugen, einem Schlaganfall jedoch sehr wohl. Und bei Männern verhielte sich dieses Medikament ganz genau anders herum. Von Medizin-Sendungen im Fernsehen hielt der Facharzt übrigens überhaupt nichts. Da würden neue Therapie- Methoden in breiter Öffentlichkeit bereits diskutiert, bei denen sich früher erst einmal die Fachleute an einen Tisch gesetzt hätten. Im Anschluss an seine Ausführungen gewährte der Mediziner seinen Zuhörerinnen noch gern eine kleine private Sprechstunde, indem er bereitwillig auf Fragen aus dem Publikum antwortete. (gh)


 

Drei Fragen an Angelika Deden, ehrenamtliche Leiterin der Jona-Bücherstube in Ahlerstedt

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ZZ: Frau Deden, wie kamen Sie dazu, sich vor nunmehr fast 30 Jahren in diese ehrenamtliche Tätigkeit einzubringen?

Angelika Deden: Nach einem schweren Verkehrsunfall vor 34 Jahren suchte ich eine sinnvolle Aufgabe. Seit frühester Kindheit liebe ich Bücher, und so habe ich in meiner Kirchengemeinde Ahlerstedt zunächst einen Büchertisch eingerichtet, aus dem mit anderen Ehrenamtlichen die Jona-Buchhandlung geworden ist. Das ist inzwischen auch eine Stätte der Begegnung geworden. Jeden Montag und Donnerstag ist diese von 15 bis 18 Uhr geöffnet, Kaffee und Tee sind selbstverständlich.

ZZ: Sind die digitalen Medien und die Buchbestellung im internet für Sie eine Konkurrenz?

Angelika Deden: Das internet sehr wohl. Doch unsere Stammkunden kommen, um unsere Projekte zu unterstützen. Zudem beliefern wir neun Kirchengemeinden um Umkreis. Sie erhalten die Bücher in Kommission.

ZZ: Welche Projekte unterstützen Sie denn?

Angelika Deden: Wir bauen Brunnen in Äthiopien und wir unterstützen das Kinderhospiz „Löwenherz“ in Syke. (gh)

 

 

 

 



Deutsches Brot auf dem Weg zum Weltkulturerbe

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Elfi Müller, Johanna Steffens-Zühlke, Johannes Steffens und Manfred Trützschler

Landfrauen Herbstversammlung „Rund ums Getreide“

OLDENDORF. Traditionell begehen die Zevener Landfrauen ihre erste Zusammenkunft nach der Sommerpause als Erntedankfeier. Seit einigen Jahren steht dabei immer ein Lebensmittel auf der Tagesordnung. Dieses Mal war es das Getreide, welches von einem Müller, einem Bäcker und einer Marketing-Fachfrau vorgestellt wurde.

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Von der Bremer Roland-Mühle begrüßte Zevens Landfrauen-Vorsitzende Elfi Müller deren        langjährigen Außendienstler Manfred Trütschler, einen ausgewiesenen Fachmann in Sachen Korn.  Der Heeslinger Bäckermeister Johannes Steffens war mit Familienanhang nach Oldendorf gekommen, denn Tochter Johanna konnte als Marketing-Expertin zum Thema beitragen. Gastwirt Jonny Adebar wartete an diesem Abend natürlich mit Brot auf, welches den Damen mit dem dazu gehörigen Belag hervorragend mundete. Johanna Steffens-Zühlke stellte den Heeslinger Familienbetrieb in der dritten Generation vor. Die Landfrauen erfuhren, dass trotz einer Backstube mit 700 Quadratmetern Grundfläche hier noch alles von Hand verarbeitet wird. Zum deutschen Brot im Allgemeinen sei ein Nord-Süd-Gefälle auszumachen. Schwarzbrot würde im Süden weniger verzehrt. Die deutschen Bäcker streben übrigens auf Grund ihrer einmaligen Sortenvielfalt an, ihr Brot zum Weltkulturerbe zu machen. Seniorchef Johannes Steffens erläuterte die Arbeitsabläufe in dem Handwerksbetrieb. Die beginnen für den Teighersteller schon um ein Uhr nachts. Denn der Hefeteig muss einige Zeit ruhen, bevor er abgebacken werden kann. „Der kommt dann in den Wellness-Bereich“, so der Meister. Der langjährige Außendienstler der Bremer Roland-Mühle hatte interessante Zahlen zum Getreide und dem daraus gemahlenen Mehl parat. So würden nach seinem Dafürhalten die Hausfrauen viel zu oft zu der Type 405 greifen, anstatt 550 zu wählen. Vollkornmehl brauche gar keine Typenbezeichnung, „die Bezeichnung Vollkorn spricht für sich.“ Auf die Frage einer Landfrau, warum denn auf einer Tüte Vollkornmehl dann auch noch die Type 1050 genannt würde, schritt er sogleich zu einem Stand, auf dem sämtliche Mehltypen mit ihren jeweiligen Eigenschaften ausgestellt waren. Die Organisatorinnen dieser äußerst informativen Zusammenkunft in Oldendorf mahnten noch eine Zahl an, die erschreckend ist: Jeder Bundesbürger wirft im Laufe eines Jahres 82 Kilogramm noch verwertbare Lebensmittel in den Müll. Aus verschrumpelten Äpfeln könne ja wohl beispielsweise jeder noch ein Apfelmus kochen. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass zwei ganz junge Musikanten aus Kirchtimke, Mattes Tipke und Bennet Wahlers den Abend musikalisch begleiteten.(gh)

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                                                                           Mattes Tipke und Bennet Wahlers aus Kirchtimke

 

 

Wir sind stolz auf Sassenholz

 

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Anne Nowara und ihr "Landfrauen-Chor"

Sternfahrt der Zevener Landfrauen an den Rand der Gemeinde

SASSENHOLZ. Dort, wo im äußersten Norden der Samtgemeinde Zeven die Nachbargemeinde Selsingen ihre Fühler ausstreckt, trafen sich die Landfrauen zu ihrer alljährlichen Fahrrad-Sternfahrt. In dem beschaulichen Sassenholz hatten die dort beheimateten Landfrauen alles hergerichtet, was zu einem gemütlichen Ausflug gehört.

Als die radelnden Landfrauen aus allen Himmelsrichtungen beim Dorfgemeinschaftshaus in Sassenholz eintrafen, hatten die Feuerwehrkameraden Heiko Bösch, Hartwig Dubbels, Hans Bösch und Gerd Pape bereits mehrere Dutzend Grillwürste für die sportlichen Damen bereit. Überhaupt, die Feuerwehr, das sei die tragende Säule im Dorf, wie Ortsvertrauensfrau Irmgard Bösch in ihrer Begrüßung anmerkte. Zudem trug sie ein Gedicht eines früheren Dorfschulmeisters vor, der die kopie von hegering jagdhornTugenden der Sassenholzer lobte, als da waren: Sittlichkeit, Ehrlichkeit, Frömmigkeit, Fleiß und Hilfsbereitschaft. Dieser Urahn bekannte: „Ich bin stolz auf Sassenholz“. Nicht annähernd so alt, aber doch eine Ur-Sassenholzerin, die weit über die Grenzen der Samtgemeinde hinaus bekannte Anne Nowara, übernahm sogleich das musikalische Regiment. Ausgestattet mit ihrem „Lieblingskind“, dem Akkordeon, stimmte sie so manch frohes Lied an. In Vertretung des Ortsbeauftragten Frank Braasch begrüßte Hajo Hotze-Lahde die Damen in Sassenholz‘ „guter Stube“. Zuvor hatten er und seine Waidgenossen vom Hegering Heeslingen musikalische Kostproben aus ihren Jagdhörnen in den Abendhimmel geblasen. Er stellte das Dorf mit seinen 39 Häusern und deren 113 Einwohnern vor. Demnach wurde die Ortschaft 1306 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 900 Hektar Feld- und 40 Hektar Moorflächen gehören zum Ort, der politisch zur Gemeinde Heeslingen, kirchlich jedoch zu Selsingen gehört. (gh)


Landfrauen aus Elsdorf und Hesedorf

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Landfrauen aus Zeven und Zuidwolde mit Fahrrad und Moorexpress unterwegs

20-jährige Partnerschaft

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Karin Müller vom Ferienhof auf der Brake (Mitte) mit ihren niederländischen Gästen

ZEVEN/WENSE. Anlässlich des 20. Jubiläums der Partnerschaft zwischen den Landvolkverbänden im niedersächsischen Zeven und im niederländischen Zuidwolde bereiste eine fröhliche Delegation aus dem Nachbarland die hiesige Region. Zum Teil mit dem Fahrrad, welches für Niederländer eines der meist gebräuchlichsten Fortbewegungsmittel sein dürfte.

  Nach einem Empfang der Stadt Zeven im Christinenhaus und einer Klosterführung mit Alinda van de Vooren-Tralau in    Gestalt der schwedischen Königin eroberten die Damen den wunderschönen Garten von Monika Knappik. Die Zevener Vorstandsfrauen hatten sich beim Torten backen mächtig ins Zeug gelegt und die Gastgeberin wurde ob ihrer tausend Gartenideen ein ums andere mal bewundert. Nachdem die Privatquartiere bezogen waren, Gastgeberinnen und Gäste sich etwas kennen gelernt hatten, wartete die Ortschaft Wense auf die muntere Schar. Ein Herren-Quintett war übrigens auch mit von der Partie. Schulmeister Albert Lohof betätigte sich als Dolmetscher, Landvolk-Chef Rudolf Heins als Sponsor, die beiden Landwirte Johann Brandt und Heinz Meyer als Chauffeur und Grillmeister, und den musikalischen Ton gab der Wenser Werner Janke mit seiner original Kärntner Harmonika an.kopie von lf zeven hortensie Zunächst wurde mit dem Fahrrad der legendäre Stadt-Napoleonsweg an der Kreisgrenze abgefahren. Albert Lohof hatte sich kundig gemacht und erklärte die historischen Begebenheiten, sie sich zu Zeiten des 30-jährigen Krieges hier zugetragen haben sollen. Im Wenser Dorfgemeinschaftshaus dankte Zevens Landfrauenvorsitzende Elfi Müller noch einmal allen Tortenbäckerinnen, Gastgeberinnen sowie ihren Mitstreiterinnen aus Wense und Viehbrock für die optimale Vorbereitung. So hatte beispielsweise Karin Müller vom Ferienhof auf der Brake gleich vier Gästebetten freigeschaufelt. Monika Knappik durfte als Dankeschön für ihre Gartenführung eine Riesen-Hortensie mit nach Hause nehmen. Sicher wird sie auch dafür noch einen Platz in ihrem mehr als einen halben Hektar umfassenden Paradies finden. Die Kommunikation klappte hervorragend. Die Zuidwolderinnen sprechen ein Platt, welches stark friesisch eingefärbt ist.

Kein Wunder, liegt doch die ihre Provinz Drenthe in unmittelbarer Nachbarschaft zum niedersächsischen Emsland. Die nächstgelegene deutsche Stadt ist Meppen. Im Norden liegt die niederländische Provinz Friesland und daneben „unser“ Ostfriesland. Wenn’s dann doch mal hakte, waren ja noch Roelie und Albert Lohof da. Vor 20 Jahren hat übrigens die damalige Zevener Landfrauenvorsitzende Renate Böttjer die Partnerschaftsurkunde mit unterzeichnet. Sie pflegt noch heute Kontakt zu ihren niederländischen Freundinnen und war natürlich auch an diesem Wochenende mit dabei. Am gestrigen Sonnabend ging es mit dem Moorexpress nach Worpswede und von dort aus sowohl für die Zuidwolderinnen als auch für die Zevener Landfrauen zurück in heimische Gefilde. (gh)

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Mit dem Fahrrad unterwegs aus dem Stadt-Napoleonsweg an der Grenze zum Kreis Stade


 

 Das ganze Jahr aktiv

Jahreshauptversammlung bei den Zevener Landfrauen in Heeslingen

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HEESLINGEN. Die Zevener Landfrauen werden von einem stets gut aufgelegten Führungsduo repräsentiert, keine der beiden Vorsitzenden stammt allerdings aus Zeven. An den Rändern der Samtgemeinde zwischen Viehbrock und Volkensen glühen die Kommunikationswege. Elfi Müller und Petra Brunkhorst ist ihre harmonische Zusammenarbeit auch bei Versammlungen anzumerken, wie jüngst bei der Jahreshauptversammlung im Heeslinger „Klostersaal“ am Hollengrund.

Elfi Müller liefert hat in ihren Begrüßungsworten meist einen druckreifen Spruch für ihre Mitglieder, der lautete dieses Mal:  “Die Natur macht im Winter Pause, Landfrauen nicht, wir sind das ganze Jahr aktiv.“ Einen Abriss dieser Aktivitäten, über das ganze Jahr verteilt, hatte die Oldendorfer Landfrau Rita Möller zusammengestellt. Es wurden Versammlungen zu den verschiedensten Themen an den unterschiedlichsten Orten abgehalten. Durchschnittlich 150 Teilnehmerinnen wurden registriert, somit mobilisiert der Verein jedes Mal ein Viertel seiner Mitgliederschaft von derzeit 600, aus dem Haus zu gehen und in Gemeinschaft einige informative Stunden zu verbringen. Seminare wurden angeboten, Musik, Tanz, Kreativität und soziale Komponenten dabei vermittelt. kopie von lf zeven geestmannGroßen  Raum nahmen bei den Landfrauen die Ausflüge ein. Ob Betriebsbesichtigungen, Theater- und Konzertbesuche, Fahrradtouren oder  Busfahrten, alle Angeboten waren ruck-zuck ausverkauft. Bei Volksfesten zeigten sich die Zevener Landfrauen in Sachen Bewirtung  als kompetente Gastgeberinnen. Den Kassenbericht legte Schatzmeisterin Gisela Brinkmann aus Steddorf vor. Ihr Zahlenwerk wies einen Überschuss auf, den sie auf das laufende Geschäftsjahr vortragen konnte. Erika Brandt und Edda Bluhm bescheinigten der Kassenführerin eine picobello Buchführung, die obligatorische Entlastung geriet zur reinen Formsache. Sigrid Heins aus Volkensen tritt an die Stelle der turnusgemäß ausscheidenden Edda Bluhm. Die Ehefrau des Landvolk-Präsidenten Rudolf Heins ist demnächst auch als Ortsvertrauensfrau in Volkensen unterwegs. Sie übernimmt das Amt von der ausscheidenden Henni Eckhof. Die „Amtseinführung“, die Petra Brunkhorst vorbereitet hatte, trug zur allgemeinen Belustigung bei. Die Amtsausstattung der Ortsvertrauensfrau befand sich ein einer grünen Werbetasche, die der Niedersächsische Landfrauenverband anlässlich seines 60. Bestehens unters Volk gebracht hatte. Mit Marlene Geestmann aus Glinstedt stellte sich die neue Kreisvorsitzende in Heeslingen vor. Sie berichtete, dass die Bundesvorsitzende Brigitte Scherb kürzlich in New York vor der Frauenrechtsunion gesprochen habe, und dass sie am kommenden Sonntag als Mitglied der Bundesversammlung den neuen Bundespräsidenten mit wählen darf. Zum Schluss der Zusammenkunft nahm der Zevener Hermann Tödter die Damen mit auf eine Reise in die Vergangenheit, indem er das alte Zeven in reproduzierten Fotos wieder auferstehen ließ. (gh)

 

 

 

 

lf tanzen im sitzen Tanzen im Sitzen mit Irmgard Tiedemann

Schokolade macht glücklich

BRAUEL. In den Karnevalshochburgen gehörte der Donnerstag ganz und gar den Frauen. An „Weiberfassnacht“ haben Männer nichts zu sagen. Hier zu Lande sitzen Frauen gesittet an Tischen, tanzen im Sitzen und lassen sich Schokolade unter der Zunge zergehen. So geschehen anlässlich der Zusammenkunft des Zevener Landfrauenvereins im Gasthaus „Zur Linde“ in Brauel.

Zevens oberste Landfrau Elfi Müller aus der kleinen Ortschaft Viehbrock an der Grenze zum Nachbarkreis Stade, legt mit ihren Vorstandsdamen schon in der Mitte eines Jahres das Programm für das nächste Jahr fest. Und dieses abwechslungsreiche Programm sah für diesen Monat Februar einen Vortrag zu populären Wahrheiten und Irrtümern in Sachen Lebensmittel vor. Dazu war von der Landwirtschaftkammer die Ernährungsberaterin Edda Möhlenhof-Schumann aus Sulingen angereist. Ob Schokolade glücklich oder Rotwein kreativ macht, dazu hatte die Fachfrau etliche Thesen parat. Von Irmgard Tiedemann aus Zeven lf edda doppelnameerfuhren die Landfrauen, wie sie zwischendurch im Sitzen so mal eben mit Musik und Bewegung entspannen und wieder fit werden können. Erstaunlich, wie viel gute Laune solche Übungen hervorrufen können. Die „Vorturnerin“ hat dies beim Bundesverband für Seniorentanz erlernt und stellt ihre Kenntnisse in den Dienst der Rheuma-Liga. Die Ernährungs-Expertin in Diensten der Landwirtschaftskammer hatte ein ganzes Dutzend über Jahre hinweg scheinbar unausrottbare Behauptungen zu den unterschiedlichsten Ess- und Trinkgewohnheiten mitgebracht. „Abends essen macht dick“, so eine dieser vielfach geäußerten Thesen. „Stimmt, nicht, egal, wann man isst, es kommt darauf an, was man isst.“ Die Wunderdroge Knoblauch sei, von dem Geruch einmal abgesehen, wirklich ein Allheilmittel. Was dem lange Zeit so hoch gelobten Apfelessig allerdings gar nicht zu bescheinigen sei. Und dass nach dem Verzehr von Kirschen kein Wasser getrunken werden dürfe, diese Warnung stamme aus einer Zeit, in der das Wasser noch nicht aus den Leitungen kam. Ein Loblied auf den Kaffee hatte die Referentin parat, allerdings würde der keineswegs dazu angetan sein, einen Alkoholspiegel zu senken. Angeblich solle aber Rotwein die Kreativität fördern. „Nur, wo Kreativität drin steckt, kann der Rotwein diese auch fördern“, so die Erklärung. Nach Überlieferungen soll Johann Wolfgang von Goethe täglich zwei Flaschen Wein getrunken haben. Und etwas flapsig dazu: “Dumm bleibt dumm, da helfen keine Pillen und keine Salmiakpastillen.“ Lakritzen stünden in dem Ruf, gut für Magen und Darm zu sein. Aber Vorsicht, nur gut für Leute mit niedrigem Blutdruck. Das Süßholz in der Lakritze steigere den Blutdruck und sei für Leute mit Hochdruck absolut ungeeignet. Zum Schluss dann die Schokolade. Und der widmete die Referentin eine Meditation. Sie ließ Schokoladentäfelchen verteilen und die Landfrauen machten mit geschlossenen Augen eine Reise durch ihre Geschmacksnerven. Absolut Erstaunliches wurde dabei entdeckt. So schmeckt die Schokolade unter der Zunge anders als in der linken oder rechten Wange. Und wenn der Rest dann auf der Zunge zergeht, ist das Geschmackserlebnis perfekt. Und wenn Schokolade auf diese Art und Weise genossen würde, dann reiche ein einziges Stück, um ein bisschen glücklicher zu werden. (gh)

 

 

 

Landfrauen sammeln für Krankenhaus-Seelsorge

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ZEVEN. Bei den Zevener Landfrauen ist es guter Brauch, am Ende eines Jahres für einen wohltätigen Zweck zu sammeln.

Dabei liegt den Damen der Fördererverband für das Martin-Luther-Krankenhaus am Herzen. Dieser beteiligt sich an der Stelle des Krankhaus-Seelsorgers, die von Pastor Wolfgang Fromm ausgefüllt wird. Unser Foto zeigt die Landfrauenvorsitzende Elfi Müller (links), ihre Stellvertreterin Petra Brunkhorst mit Pastor Andreas Beneke, dem Vorsitzenden des Fördererverbandes im Atrium des OsteMed-Seniorensitzes. (gh)

 

 

       

 Ostfriesin, über fünfzig und blond

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Ein Lacher jagt den anderen beim Landfrauen-Mensch-ärgere-dich-nicht


HEESLINGEN. Einen überaus vergnüglichen Vormittag erlebten über 150 Landfrauen im Heeslinger Klostersaal am Hollengrund. Zum einen kulinarisch angesichts des leckeren Frühstücksbuffets, zum anderen gab es reichlich Futter für den alltäglichen Frust, der sich einstellt, wenn Frau sich ärgert. Dieses hatte die ostfriesische Pädagogin Maike Carls in ihrem Gepäck.landfrauen schunkeln
Die Zevener Landfrauen haben sich einen Eduard-Mörike-Spruch über ihre Jahresprogramm gestellt, den die Vorsitzende Elfi Müller in ihren Begrüßungsworten zitierte: „Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut.“ Jede Menge Vorfreude vermittelte der Blick auf das Buffet in der Saalmitte, für welches die Küchen-Crew des Gasthauses nach dem ausgiebigen Genuss einen extra-Applaus erhielt. Das 12-jährige musikalische Wunderkind Louisa Wilkens aus Nindorf unterhielt die Gäste mit Tischmusik vom Keyboard und erntete  dafür ebenfalls reichlich Beifall. Die Gelotologie, also die Wissenschaft des Lachens, ist das Spezialgebiet der ostfriesischen Pädagogin Maike Carls, die erst nach schwerer Erkrankung dazu kam. Zunächst verkaufte sie im elterlichen Textil-Geschäft „angeraute rosa Unnerbüxen“, dann lernte sie nach Krebserkrankung in ihrem neu geschenkten Leben, sich um die Seele zu kümmern. Sie charakterisierte vor den Landfrauen die „Essig-Abschmecker“ und den „Fünfzig-Euro-Gang“. Ersteres seien die ewig Unzufriedenen, das zweite zeichne Leute aus, die ständig nach unten gucken, als ob sie Geldscheinen auf der Spur seien. Als schwierigste Turnübung nannte sie „sich selbst auf den Arm nehmen.“  Ein kokettes Beispiel: “Ich louisa  bin Ostfriesin, über 50 und blond.“ Und ihr Lieblingsärger sei das „Partner-Recycling“, welches sie mit ihrem Ehemann seit Jahren mit wenig Erfolg praktiziere. „Ich lass‘ den jetzt so, da habe ich soviel Arbeit reingesteckt.“ An ihr ausnahmslos weibliches Publikum ging die Frage: „Was machen Sie, wenn sie sich ärgern?“ Essen, Putzen und Einkaufen waren die Antworten und die 12-jährige Louisa bekannte sogar, ins Kopfkissen zu brüllen. „Lass‘ das Kissen ruhig weg“, so der Rat der Älteren. Und weiter: Ärger bloß nicht herunterschlucken, dies sei weder gut für den Nacken, den Magen, noch für Leber oder Galle. Sprichwörtliches dazu: „Nackenschläge, Schlag in die Magengrube, Laus über die Leber gelaufen, Galle übergelaufen.“ Den eindringlichen Appell, ärger wegzulachen, untermauerte die Referentin mit einer einfachen Übung. Dazu wird ein Essstäbchen zwischen die Zähne geklemmt, wobei automatisch die Mundwinkel nach hinten gehen, der Mensch lacht. Exakt 90 Minuten, so lang wie ein Fußballspiel, durften die Zevener Landfrauen ihre Lachmuskeln trainieren. (gh)





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Erstklässler begeistern Landfrauen

Nachdenkenswertes von Marieluise Bierbaum in Elsdorf

ELSDORF. Gut 600 Mitglieder zählt der Zevener Landfrauenverein und davon ließ es sich ein Drittel nicht nehmen, die Weihnachtsfeier in Elsdorf zu besuchen. Rappelvoll also der Saal im Elsdorfer Hof der Familie Faber, in dem gut gelaunte Besucherinnen und ebensolche Mitwirkende einen stimmungsvollen Nachmittag verlebten.

Bei einer Veranstaltung von Frauen für Frauen werden zumeist keine Männer gesichtet. Anders bei den Zevener Landfrauen, die zu ihrer Dezember-Versammlung stets ein gutes Dutzend musikalischer Mannsbilder dabei haben. Gemeint ist das Posaunenchor-Ensemble aus den umliegenden Kirchengemeinden, welches unter der Leitung von Wolf Meyer den Nachmittag musikalisch gestaltete. Zevens oberste Landfrau Elfi Müller, wohnhaft in der kleinen Ortschaft Viehbrock, leistete sich in ihren Begrüßungsworten einen hübschen kleinen Versprecher, Wunschdenken vielleicht. Sie bat ihre Stellvertreterin Petra Brunkhorst aus Volkensen den Weihnachtsbrief ihrer „Bundespräsidentin“ Brigitte Scherb zu verlesen. (Anm.d.Red.: Frau Scherb ist die Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes und zugleich Vorsitzende in Niedersachsen). „Das wäre doch mal was, eine Landfrau als Bundespräsidentin“, war aus den Reihen der Anwesenden zu hören. Diese Bundeslandfrau gab ihren Mitstreiterinnen in den Dörfern mit auf den Weg, Weihnachten nicht zu einem sozialen Kräfte- und Spannungsfeld werden zu lassen. „Danke, es ist genug“, mahnte sie in ihrem Schreiben. Ein „immer mehr“ würde nicht helfen, die Leute zufrieden zu stellen, im Gegenteil, weniger sei oft mehr. Traditionell sammeln die Zevener Landfrauen am Jahresende Bares für eine gemeinnützige Sache ein. Dieses Mal kamen für den Fördererverband des Martin-Luther-Krankenhauses 539 Euro zusammen. Christiane Vagt ist Vorstandsmitglied bei den Zevener Landfrauen und zugleich Klassenlehrerin der 1d in der Grundschule am Klostergang. Ihre Schutzbefohlenen erfreuten das Publikum mit einem heiteren Sketch, in dem alle möglichen Arten von Tieren dem Weihnachtsengel ihre Vorzüge anpriesen. Dieser entschied sich jedoch gegen den eitlen Pfau, den schlauen Fuchs, sogar gegen den Löwen als König der Tiere. Er wählte den Ochs und den Esel, weil diese beiden sich ganz uneigennützig sich in den Dienst der Sache stellten. Die pensionierte Lehrerin und zugleich Pastorengattin Marie Luise Bierbaum aus Bremen scheint ein gern gesehener Gast bei Versammlungen dieser Art zu sein. Erst vor wenigen Tagen referierte sie in Kirchtimke. Sie beklagte auch in Elsdorf, dass aus der Besinnung in der Weihnachtzeit eine unsinnige Geschäftigkeit geworden sei. Als „Fest der Familie“ habe Weihnachten seinen Ursprung verloren. Denn im Zeichen von zunehmender Vereinsamung älterer Menschen und Konsumdenken der Jüngeren sei es ihrer Meinung nach an der Zeit, nicht darüber nachzudenken, was man denn noch alles kaufen könne, sondern vielmehr, wem man zu Weihnachten ein Stück Geborgenheit schenken könne. (gh)

 

 

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Nadine Eckhoff, Geschäftsführerin beim Landvolkverband und Nicki Brandt, Kundenberater bei der Volksbank

Kleine Karten, große Wirkung

Landfrauen hören Für und Wider von Bonuskarten

BRAUEL. Selbst strahlendes Herbstwetter, welches für Spaziergänge oder Garten aufräumen bestens geeignet gewesen wäre, hielt die Zevener Landfrauen nicht davon ab, sich bei ihrer Monatsversammlung auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen. Im Gasthaus „Zur Linde“ in Brauel informierte Landvolk-Geschäftsführerin Nadine Eckhoff über die beliebten Bonus- und Kundenkarten, und Nicki Brandt von der Zevener Volksbank wartete mit Neuigkeiten zum online-banking auf..

Die Viehbrocker Landfrau Elfi Müller, Vorsitzende des Zevener Vereins, nahm in ihren Begrüßungsworten auf eben dieses schöne Herbstwetter Bezug. Statt ungemütliche Stürme und Schauer auszuhalten, freue sie sich täglich darüber, „wie das Laub so langsam vor sich hin fällt.“ Eine Menge Informationen über die kleinen Plastikkarten, die wohl jede Landfrau so in ihrer Geldbörse mit sich trägt, hatte zunächst Nadine Eckhoff parat. Die Volljuristin aus Hatzte, Geschäftsführerin im Zevener Landvolkhaus, nannte die Bonus-Karten, mit denen die Kunden in Einzelhandelsgeschäften Punkte sammeln, ein „Kundenbindungs-System“. Doch nicht nur dafür würden sie von den Anbietern eingesetzt. „Name, Anschrift, Telefonnummer und e-mail-Adresse sind bares Geld wert,“ so die Referentin. Die Daten der Einkäufe würden gespeichert, Kauf- und Verzehrgewohnheiten somit bekannt. Es dürfe sich also niemand wundern, der per mail oder Post ganz gezielte Werbung erhielte. Es sei jedoch möglich, sich bei Vertragsabschluss gegen diese Praktiken zu wehren. Man müsse lediglich das Kästchen ankreuzen, hinter dem stehe, dass der Datenweitergabe nicht zugestimmt wird. Nadine Eckhoff bemerkte abschließend, dass sie nicht verstünde, warum sich bei vom Staat angeordneten Volkszählungen die Mehrheit aufrege. Dabei habe diese Mehrheit im privaten Bereich, etwa in Internet-Netzwerken oder bei diesen Bonuskarten, schon mehr über sich verraten, als ihr lieb sein dürfte. Nicki Brandt aus Bargstedt, Kundenberater bei der Zevener Volksbank, klärte über das so genannte „phishing“ und „skimming“ auf. Ersteres ist das Ausspähen von Passwörtern auf dem Computer, nach Nächste beschreibt die Manipulation an Geldautomaten. Vorsicht sei bei e-mails geboten, die angeblich von absolut seriösen Absendern kommen. Niemals jedoch würde eine Bank oder Sparkasse per mail bei ihren Kunden vertrauliche Daten abfragen. „Also, gar nicht anklicken, gleich löschen“, so der eindringliche Appell des Bankers an die Landfrauen. (gh)


 

Ein Apfelschwärmer bei den Landfrauen



Herbstversammlung in Oldendorf „rund um den Apfel“

OLDENDORF. Zu ihrer ersten Versammlung nach der Sommerpause trafen sich die Zevener Landfrauen in Oldendorf. Seit einigen Jahren beschäftigen sich die Frauen jeweils im Herbst mit einem ausgesuchten Lebensmittel, dieses Mal ging es um den Apfel. Diese Frucht stand dann nicht nur auf dem Speiseplan, sondern lf rolf kirchhofwurde auch noch fachmännisch von Rolf Kirchhof, Berater beim Obstbauversuchsring in Jork, von allen Seiten beleuchtet.

Der Saal im Gasthof Adebar in Oldendorf war von den Brüttendorfer Landfrauen mit allem, was die Jahreszeit hergibt, geschmückt worden. Bunte Blätter, Blumen, Beeren, Garten- und Feldfrüchte erfreuten das Auge des Betrachters. Und was die Küchen-Mannschaft des Oldendorfer Familienbetriebes aus dem Thema „Apfel“ gezaubert hatte, dafür hätte eine Koch-Schau im Fernsehen nicht ausgereicht. Eine feurige Apfelsuppe, verschiedene Salate mit Äpfeln angereichert, das fast in Vergessenheit geratene Gericht „Himmel und Erde“, bei dem Apfelmus mit Kartoffelbrei vermischt wird, auch Kasseler und Rouladen erhielten Fruchtgeschmack. Beim Nachtisch fiel die Entscheidung zwischen Holundergelee mit Apfelstiften, Bratapfel-Mousse oder warmen Knödeln sichtlich schwer. Elfi Müller aus der kleinen Ortschaft Viehbrock an der Grenze zum Nachbarkreis Stade begrüßte mit Rolf Kirchhof aus Wense einen ausgewiesenen Fachmann in Sachen Obstanbau, Lagerung und Vermarktung. Als Berater beim Obstbauversuchsring für das Alte Land in Jork dokumentierte er den Werdegang des Apfels von der Pflanzung des jungen Baumes über die Blüte, die Bestäubung, den Fruchtansatz, die Ernte, die Lagerung und schließlich die Vermarktung. 892 Obstbaubetriebe entlang der Niederelbe sind der Organisation angeschlossen und jeder dritte Apfel, der in der Republik verzehrt wird, kommt aus der fruchtbaren Marschregion an Schwinge, Lühe und Este. Bei der Lagerung müsse den Äpfeln der Sauerstoff entzogen werden, die Luft in den Lagerhallen dürfe nur zwischen 0,8 und 1,3 Prozent Sauerstoff enthalten. „So merkt der Apfel nicht, wie die Zeit vergeht.“ Spätestens im August solle das Alte Land ausverkauft sein, was dann noch vorhanden sei, käme in den Most. Die Obstbauern hätten nicht nur gegen widrige Wetterverhältnisse zu kämpfen, sondern sehen ihre Existenz auch durch die geplante Elbvertiefung bedroht. Der Hochwasserpegel aus dem Katastrophenjahr 1962 sei inzwischen schon fünf Mal wieder erreicht worden. Und eine weitere Vertiefung der Fahrrinne in der Elbe würde eine Verstärkung der Deiche erfordern. Ein weiteres Problem sei das Preiskartell des Marktes, denn für durchschnittliche Ware würden die Bauern 25 Cent für ein Kilo Äpfel erhalten, und damit hätten sie noch keinen Gewinn erzielt. Also müssten sie makellose Spitzenqualität erzeugen, weil der Verbraucher das so will. So würden bei den Pflückern beispielsweise die Fingernägel kontrolliert, damit die Schönheit keinen Kratzer bekommt. (gh)

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 Nachtischbuffet in Oldendorf

 

 

Landfrauen schauten bei der "Grünen" vorbei

 

 


Um mehr über die Herstellung der "Grünen" zu erfahren, wie die LAND & Forst, das landwirtschaftliche Wochenblatt für Niedersachsen, landläufig bezeichnet wird, besuchten 47 Landfrauen aus Zeven den dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag in Hannover. In einer PowerPoint-Präsentation zeigte Geschäftsführungsassistentin Ulrike Clever (auf dem Foto vorne knieend) die geschichtliche Entwicklung und Besonderheiten der LAND & Forst und ihres Mutterunternehmens, des dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag. Chefredakteur Ralf Stephan (ganz links im Bild) erklärte den interessierten Landfrauen aus Zeven den Inhalt und Aufbau der "Grünen" und diskutierte mit den Gästen über die Landleben-Beiträge. Danach ging es rund eine Stunde durch die wichtigsten Abteilungen des Verlages. Überall konnten die Besucherinnen den freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Redaktion, Produktion und Anzeigenabteilung über die Schultern schauen. Besonders lustig war es in der Bildbearbeitung, in der die Layouter Kleiderfarben veränderten oder Glatzköpfe mit üppigen Haarschöpfen ausstatteten. Bei Kaffee, Kuchen und Klönschnack klang der Besuch gemütlich aus.


 

 


 

Abschied mit lachenden und weinenden Augen

Hiltrud Eckhoff und Ingrid Müller scheiden aus Landfrauenvorstand aus

ELSFORF. Die Jahreshauptversammlung der Zevener Landfrauen im Elsdorfer Hof brachte Veränderungen in der Vorstandsriege mit sich. Nach über zwei Jahrzehnten gaben Hiltrud Eckhoff aus Hatzte und Ingrid Müller aus Godenstedt ihre Ehrenämter ab. Ihre Nachfolge treten mit Anette Moschner und Christiane Vagt zwei Frauen aus Zeven an.

Anette Moschner und Christiane Vagt, die "Neuen" im Vorstand

Die Jahreshauptversammlung, bei der es, wie bei jedem Verein, eine umfangreiche Tagesordnung, meist mit Wahlen, abzuarbeiten gilt, geriet in Elsdorf zu einer höchst unterhaltsamen Veranstaltung. Das lag in dem Abschied der langjährigen Vorstandsfrauen Hiltrud Eckhoff und Ingrid Müller begründet. Ihre  Mitstreiterinnen hatten sich dazu allerhand  Amüsantes einfallen lassen. Zudem lief die Gitarrengruppe unter der Leitung von Anneliese Cordes, deren Gründungsmitglied Ingrid Müller ist, zu Hochform auf. Beispielsweise mit dem Karibik-Sound aus dem Harry-Belafonte-Ohrwurm „Come back Liza“. Aus dem letzten Rechenschaftsbericht von Ingrid Müller war zu erfahren, dass sich die Zevener Landfrauen zu insgesamt 37 Veranstaltungen im Jahr trafen. Das Wetter im Berichtsjahr gestaltete sich derart extrem, dass im Februar eine Veranstaltung wegen Glatteis abgesagt werden musste. Im Juli hingegen, während der Tarmstedter Ausstellung, standen etliche Teilnehmerinnen kurz vor dem Hitzekollaps. Ein Höhepunkt des Jahres war die Vorstellung des Wildkochbuches, welches gemeinsam mit der Zevener Jägerschaft aufgelegt wurde und sich zu einem wahren Bestseller entwickelt hat. Die Steddorfer Landfrau Gisela Brinkmann verwaltet seit Jahren die Vereinsfinanzen und trug ihr Zahlenwerk vor. 615 Beitragszahlerinnen stehen aktuell zu Buche, und unter dem Strich wies Gisela Brinkmann einen Überschuss aus. Anni Brandt und Edda Blum bescheinigten der Schatzmeisterin eine ordnungsmäßige Buchführung, die Entlastung des gesamten Vorstandes geriet zur reinen Formsache. Bei sämtlichen Abstimmungen, auch den Wahlen, herrschte Einstimmigkeit. So wurden für die ausgeschiedenen Ortsvertrauensfrauen Hanna Alvermann, Irmtraut Hildach, Annegret Behrens, Ulla Eckhoff und Kathy Grün mit Ursel  Albe r s, AdeleHeins  u nd Christ iane Vagt Nachfolgerinnen gefunden. Vagt rückt zudem auch in den Vorstand auf, gemeinsam mit Anette Moschner. In ihren Vorstandsämtern wurden Petra Brunkhorst, Rita Möller, Sabine Helberg und Ilse Ehlen bestätigt. Zur Laudatio auf die ausscheidenden Vorstandsfrauen war aus der Wieste-Niederung die Bezirksvertreterin im Landesvorstand  Ilse-Marie Schröder angereist. Aus ihrem Munde, sowie aus dem der Kreisvorsitzenden Melitta Stelling erklangen warme Dankesworte für das über zwei Jahrzehnte währende Schaffen von Hiltrud Eckhoff  als stellvertretende Vorsitzende und Ingrid Müller als Schriftführerin. Was die beiden Frauen auszeichnet, stellten Anni Brandt und Sigrid Heins in einem Sketch überzogen deutlich dar, wie es sich für eine Satire gehört. Obwohl mit unterschiedlichen Charakteren und Begabungen ausgestattet, eint sie offensichtlich ihre Reisefreudigkeit. Weshalb sie von ihren Vorstandskolleginnen zum Abschied in ein Wellness-Wochenende geschickt wurden. (gh)

Elfi Müller und Petra Brunkhorst überreichen das Abschiedsgeschenk, ein Wellnesswochenende, gut verpackt in einem Flugzeug

 

 

 

 

"Porzellan zerschlagen"


Fröhlicher Landfrauen-Treff in Oldendorf

OLDENDORF. Ihre Februar-Versammlung hielten die Zevener Landfrauen in Oldendorf ab, wo sie mit Blasmusik begrüßt wurden. Die Bläserklasse des St. Viti-Gymnasiums ließ Kostproben ihres Könnens erklingen. Und da der Februar der Karnevalsmonat ist, kam auch der Frohsinn nicht zu kurz. Dafür sorgten vier plattdeutsche Theaterspieler aus Weertzen, bei denen vor allem die beiden Männer zum Vergnügen der Frauen reichlich Porzellan zerschlugen.

Die nunmehr sechste Bläserklasse, das heißt, dass im St. Viti-Gymnasium bereits ein halbes Dutzend fünfte und sechste Jahrgänge an Blasinstrumenten ausgebildet werden, stellte sich zum Auftakt der Landfrauenversammlung vor.  Musikpädagoge Dirk Seidel wies die Zuhörerinnen darauf hin, dass die jungen Leute an den Querflöten, Saxophonen, Trompeten, Klarinetten, Posaunen, Tuben und Hörnern gerade einmal seit eineinhalb Jahren ein Instrument in den Händen hätten. Und was sie in dieser kurzen Zeit schon zu Gehör bringen konnten, veranlasste die Landfrauen zu mehr als wohlwollendem Applaus. Den Wunsch nach einer Zugabe erfüllten die 12-Jährigen sogar ohne ihren Dirigenten. Der intonierte Marsch wurde, ganz nach Musikanten-Stadl-Tradition, mit rhythmischem Klatschen begleitet. Zevens Landfrauen-Vorsitzende Elfi Müller aus Viehbrock betätigte sich nach dem Auftritt als Interviewerin. Sie befragte beispielsweise den Tubisten Stefan nach seiner Meinung, wie denn so die Mädchen in seinem Ensemble seien. „Die können auch Musik machen.“ Nach einer ausgiebigen Brotzeit betrat Christine Hauschild aus Weertzen die Bühne, die gar keine war. Die vier Akteure der Weertzener Laienspieler, die das Stück „Pottscheurn“ lediglich für ihr Dorfgemeinschaftsfest einstudiert hatten, hatten gar nicht vor, damit auf „Tournee“ zu gehen. Achim Hauschild mimte einen „Gnatterkasten“, der an Allem, was seine treuherzige Ehefrau, dargestellt von Christa Vajan, ihm vorsetzte, herum meckern musste. Seine resolute Schwester, von Christina Brinkmann wortgewaltig in Szene gesetzt, stutzte ihn gehörig zurecht. Der vierte im Bunde war der verschmitzte Freund, der helfen sollte, ein Abendessen anzurichten. Andreas Brinkmann war in diese Rolle geschlüpft. Und was die beiden Mannsbilder im wahrsten Sinne des Wortes alles anrichteten, das trieb den Frauen im Publikum die Lachtränen in die Augen. Jede Menge Porzellan ging dabei zu Bruch, „Pottscheurn“, also. Die nächste Zusammenkunft der Zevener Landfrauen ist die Jahreshauptversammlung in Elsdorf am 15. März. Und die sollten sich die Mitglieder keinesfalls entgehen lassen. Denn unter dem Motto „Lass dich überraschen“ wollen etliche Frauen zeigen, welche Talente in ihnen schlummern. (gh)

 

 

 

 

 

 


Petra Brunkhorst bedankt sich bei der Präsidentin Brigitte Scherb

 

„Wir sind mehr als Kuchen backende Bienchen“

Präsidentin der Deutschen Landfrauen zu Gast in Heeslingen

HEESLINGEN. Hohen Besuch bekamen die Zevener Landfrauen anlässlich ihrer ersten Zusammenkunft nach der Sommerpause. Mit Brigitte Scherb war die Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes im Heeslinger Klostersaal zu Gast, die über das ehrenamtliche Engagement im ländlichen Raum referierte.

Flötengruppe mit Ursula Ohntrup

 

Die herbstliche Tischdekoration entstammte der Kreativwerkstatt der Landfrauen aus Boitzen, denen die Vorsitzende Elfi Müller herzlich dafür dankte. Die Flötengruppe um Ursula Ohntrup und Bettina Knapmeyer am Klavier stimmte mit sanften Klängen auf die bevorstehende Herbstzeit ein. Bevor sich die 130 Gäste an einer deftigen Brotzeit gütlich tun konnten, erfuhren sie noch von Katja Scholze Wissenswertes über das Zevener Seniorenzentrum CURA. Die Belegungs- und Kundenmanagerin stellte das familiär und in privater Trägerschaft geführte Haus vor. So war beispielsweise zu erfahren, dass die Bezeichnung familiär sich darin ausdrücke, dass die Bewohner, wenn sie es von zu Hause so gewohnt waren, problemlos im Nachthemd frühstücken dürfen. In einem speziellen Wohnbereich für Demenz-Erkrankte seien Mobiliar und Gebrauchsgegenstände aus früheren Zeiten vorhanden. In einer solchen Umgebung würden sich Menschen, bei denen das Kurzzeitgedächtnis nachlasse, besser lf cura scholze a  zurechtfinden, weil sie sich an frühere Erfahrungen zumeist noch erinnern können. Brigitte Scherb, eine couragierte gelernte Juristin Mitte 50, führt mit ihrem Ehemann und Sohn einen Ackerbaubetrieb im Kreis Goslar. Seit acht Jahren steht die dem Landesverband Niedersachsen vor, darüber hinaus ist die dreifache Mutter seit zwei Jahren die Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes. Bereits im Alter von 27 Jahren brachte sie sich in die ehrenamtliche Landfrauenarbeit ein. Im ländlichen Raum wäre ihrer Meinung nach soziales Leben ohne ehrenamtlich Tätige nicht mehr möglich. Und dabei stellten gerade die Landwirtsfamilien die überwiegend Zahl derer, die sich in vielfältiger Form dem Dienst für das Gemeinwohl stellen. Die Anforderungen an diese Menschen seien jedoch gestiegen, ständige Weiterbildung und Qualifikationen stünden auf der Tagesordnung. „Wer Spitzenleistung fordert, muss auch Spitzenleistung fördern,“ zitierte Brigitte Scherb einen früheren Wirtschaftsboss. Die Ländliche Erwachsenenbildung, kurz LEB, leiste dazu einen unschätzbaren Beitrag, meinte die DLV-Präsidentin in Richtung eines einzelnen Herrn, der es gewagt hatte, sich unter 130 Damen zu mischen. Das war Rainer Suchland, Geschäftsführer des LEB- Regionalbüros in Bremervörde. Den Zevener Landfrauen riet ihre oberste Repräsentantin, dem Image der „Kuchen backenden, Kaffee trinkenden, reiselustigen Bienchen“ entgegen zu wirken. Beispielsweise bei der Aktion „Kochen mit Kindern“, sollten sie in ihrer öffentlichen Wahrnehmung darauf Wert legen, dass sie den Kindern in den Schulen nicht nur Wege zur gesunden Ernährung aufzeigen. Bei diesem Projekt ginge es auch darum, soziales Verhalten zu üben. Bei vielen Kindern, die nicht mehr im großen Familienverbund aufwachsen können und oft allein essen, sei einfach Nachhilfe in gutem Benehmen von Nöten. Die Powerfrau aus dem Harz reiste übrigens gleich nach der Versammlung wieder nach Hause, auf der heimischen Scholle waren am nächsten Tag nicht ihre rhetorischen Qualitäten, sondern schlicht ihre Arbeitskraft gefordert. (gh)

 

 

 

 


 

 

 

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Landfrauen besuchen Melkhüs

 

Anja Klie und Martina Eckhof vorbildliche Gastgeberinnen

BRÜTTENDORF/EHESTORF. Vor zwei Jahren begann im Landkreis Rotenburg und hier ganz besonders in der Samtgemeinde Zeven eine kleine grüne Erfolgsgeschichte. Ein Melkhus nach dem anderen öffnete seine Pforten. Dies nahm der Zevener Landfrauenverein zum Anlass, zwei Betreiberinnen zu besuchen und sich nach deren Erfahrungen zu erkundigen.

Die Brüttendorferin Anja Klie kredenzte ihren Besucherinnen leckere Milchmischgetränke mit so phantasievollen Bezeichnungen wie beispielsweise Pina „Kuh“ Lada. Dahinter verbarg sich leckere kühle Buttermilch, Rhabarber- und Bananenextrakt sowie etwas Kokosraspeln. Anja Klie betreibt neben dem Melkhus auch noch einen gut sortierten Hofladen mit überwiegend Produkten aus eigener Erzeugung. Sie berichtete, dass die vom Melkhus-Verein erfundene Bonuskarte sehr guten Zulauf brachte. Diese Karte können sich Melkhus-Besucher abstempeln lassen, und bei der siebten Station gibt es dann eine Überraschung. Die Melkhüs’ bieten Platz für etwa 15 Personen, für größere Gruppen, wie die der Landfrauen, hält Familie Klie gemütliche Sitzplätze unter’m Überstand vor. Die Melkhüs sind vom Konzept her zur Selbstbedienung vorgesehen, doch am Wochenende mögen es die Gäste auch gern, wenn sie bedient werden. Kein Problem bei den Klies, Altenteilerin Helma hilft gern und Johanna, die älteste Tochter, ebenso. „Ein Melkhus ist ein Schönwettergeschäft“, so die Betreiberin auf die Frage, ob sie nicht für größere Gruppen einen Raum bauen wolle. Diesbezüglich hat es Martina Eckhof in Ehestorf etwas einfacher. Wenn bei ihr der Platz nicht ausreicht, darf sie das Dorfgemeinschaftshaus direkt gegenüber dem Hof nutzen. Im Gegensatz zur Familie Klie, deren landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb mit Schweinemast und Milchviehhaltung direkt an der viel befahrenen Bundesstraße liegt, steht das Ehestorfer Melkhus etwas abgelegen. Martina Eckhof hat sich darauf spezialisiert, Kindern die Landwirtschaft näher zu bringen. Deshalb bekommt sie oft Besuch von Schulklassen und Kindergarten-Gruppen. Sohn Lars, der Hofnachfolger des reinen Milchviehbetriebes, zeigte den Landfrauen die Biogas-Anlage, die kurz vor ihrer Inbetriebnahme steht. Auch der Ehestorfer Bauernhof kann, genau wie der in Brüttendorf, auf die Mithilfe seiner Altenteiler nicht verzichten. Beim Besuch der Landfrauen war es hier Irmtraut Eckhof, die beim Kuchen backen und Kaffee kochen ihrer Schwiegertochter unter die Arme griff. Die Melkhus- Saison geht in der nächsten Woche zu Ende, Eckhofs wollen allerdings noch die Herbstferien dranhängen und haben ihre Pforten deshalb länger geöffnet. (gh)

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Vorstellung Wildkochbuch im Weinhaus Stratmann

 

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Heimisches Wild und deutscher Wein

 

ZEVEN. Ein ehrgeiziges Projekt der Zevener Landfrauen in Zusammenarbeit mit der Jägerschaft fand in würdigem Rahmen seinen krönenden Abschluss. Druckfrisch lag ein Kochbuch vor, welches es in dieser Form noch nicht gab. Zu den leicht nach zu kochenden Wild-Rezepten enthält es reichlich Informationen über die in der hiesigen Region vorkommenden Wildarten, und als i-Tüpfelchen Wein-Empfehlungen aus deutschen Landen.

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Vor nur einem Jahr entstand in den Reihen der Zevener Landfrauen die Idee, ein Kochbuch mit Wildgerichten aufzulegen. Praktisch in der Handhabung sollte es sein, die Gerichte möglichst einfach und jeder Küche ohne viel Aufwand nach zu kochen. Mit dieser Idee liefen die Landfrauen bei der Zevener Jägerschaft weit offene Türen ein. In den Reihen der Hubertus-Jünger hatte man schon lange überlegt, wie Wildgerichte attraktiver gemacht werden könnten. Das weit verbreitete Vorurteil, Wildbret sei schwierig zu verarbeiten, sollte ausgeräumt werden. Und so wurde den ganzen Winter über zunächst in den heimischen Küchen gekocht und probiert. Porzellan, Besteck und Dekoration für die ansprechenden Fotos wurde aus diversen Haushalten zusammengetragen. Bei Hiltrud Eckhoff in Hatzte und Sigrid Wülpern in Boitzen wurde dann „angerichtet und abgelichtet“, so die Zevener Landfrauenvorsitzende Elfi Müller bei der Präsentation der Neuerscheinung im Weinhaus Stratmann. Diesen Ort hatten sich die Herausgeber ausgesucht, weil sie nicht einfach nur ihr Buch vorstellen, sondern ihre Gäste auch kulinarisch verwöhnen wollten. Küchenmeister Piet Veenstra hatte dazu Waldpilzsuppe, Rehkeule auf Pilzrisotto, Rehrücken im Blätterteig an Rotweinsoße und Apfelstrudel kreiert. Sommelière Christine Stratmann-Egbers rundete mit passenden Wein-Empfehlungen die Zusammenkunft ab. Zum Wildbret aus heimischen Regionen hatte die Fachfrau ausschließlich Weine aus deutschen Landen ausgesucht. Heiko Wolf, Vorsitzender der Zevener Jägerschaft, läutete mit einer Abordnung der Jagdhornbläser jeden Gang mit dem entsprechenden Signal ein. Die harmonische Zusam menarbeit  der Landf rauen mit der Jägerschaft soll mit dem Wildkochbuc h nicht  zu Ende se  in, so die Sprecher beider Vereine. So werden sich die Gleichgesinnten beispielsweise anlässlich der Tarmstedter Ausstellung wieder zu einer gemeinsamen Aktion treffen. (gh)

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